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Ausgabe November 2013

Abschreiben gilt nicht!

von , am
30.10.2013

Bei dem Begriff Plagiat denken die meisten an Politprominenz. Doch auch viele Studenten nehmen es mit dem "Kopieren ohne zu zitieren" nicht so genau. Aber was ist ein Plagiat und wie zitiert man eigentlich richtig?

© imago
Als "Plagiarius" wurden im Alten Rom Sklavenhändler und Menschenräuber bezeichnet. Ein Plagiator raubt hingegen "nur" geistiges Eigentum. Aber was ist eigentlich ein Plagiat? Der amerikanische Theaterautor Wilson Mizner definierte scherzhaft:

Aus einem Buch abschreiben = Plagiat
Aus zwei Büchern abschreiben = Essay
Aus drei Büchern abschreiben = Kompilation
Aus vier Büchern abschreiben = Dissertation
Man könnte ergänzen: Aus Wikipedia abschreiben = Hausarbeit

Ob etwas als Plagiat anzusehen ist oder nicht, ist nicht immer eindeutig. So muss beispielsweise Allgemeinwissen nicht extra durch eine Quellenangabe kenntlich gemacht werden - denn es wäre natürlich albern, wenn man hinter die Aussage, dass die Erde eine Kugel sei, in Klammern ein Galileo Galilei setzen würde. Aber wenn es um fachspezifisches Wissen geht, ist die Sache mitunter schwieriger. So werden Agrarstudenten Sätze wie "Der Echte Mehltau ist eine der gefährlichsten Blattkrankheiten bei Weizen" vielleicht zum Allgemeinwissen zählen und nicht extra mit Quellennachweisen belegen - andere würden diesen Satz aber ganz anders bewerten. Die Entscheidung, ob ein Plagiat vorliegt oder nicht, hängt somit also immer vom Einzelfall ab.

Klar hingegen ist: Wer durch die Unterlassung von Quellenhinweisen fremde Gedanken als seine eigenen verkauft, begeht Diebstahl geistigen Eigentums. Das gilt auch, wenn die Gedanken umformuliert, übersetzt oder nur auszugsweise übernommen werden. Wer plagiiert, verstößt damit gegen die Prüfungsordnung und wird unter Umständen sogar strafrechtlich verfolgt.
Wenn Quellenangaben bewusst verschwiegen werden, muss nicht unbedingt Zeitdruck oder Faulheit dahinter stecken. Manche treibt auch die Angst, zu viel zu zitieren, weil das den Anteil der eigenen gedanklichen Leistung zu gering erscheinen lassen könnte. Und oft steckt dahinter auch keine bewusste Täuschung, sondern schlicht die Unkenntnis darüber, wie man eigentlich richtig zitiert. So gaben 2012 in der Fairuse-Studie zwei Drittel der Studenten an, die akademischen Methoden nicht gut zu beherrschen. Wie man richtig zitiert, haben wir daher für euch zusammengefasst. Die Übersicht steht hier auf der Homepage unter "Downloads" bereit.
 
Wie weit das Plagiieren unter Studenten verbreitet ist, was Plagiats-Software kann und wie einem Literaturprogramme helfen können, kann man in der aktuellen Ausgabe des agrarmanager nachlesen.
 
Und falls wir euch neugierig gemacht haben auf den agrarmanager: Hier geht's zum Probeabo.
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