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Ausgabe September_2015

Betriebsleiterin
gesucht

von , am
26.08.2015

Warum gibt es trotz Führungskräftemangels so wenige Betriebsleiterinnen in der Landwirtschaft? In einer Dissertation wurden die Ursachen dafür untersucht.

© fotolia/fotomek
Die demografische Entwicklung in den ländlichen Regionen und die Überalterung der in der Landwirtschaft Tätigen sind zwei wichtige Gründe für den aktuellen Engpass an Fach- und Führungskräften. Nachwuchssorgen entstehen sowohl in Familienbetrieben als auch in großen Agrarunternehmen.Besonders drängend ist das Problem aber für ostdeutsche Landwirtschaftsbetriebe. Hier steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel auf der Führungs-ebene an. Der Grund: Nach der Wende haben hauptsächlich die damals 35- bis 40-Jährigen aus der mittleren Leitungsebene die Führung der Nachfolgeunternehmen übernommen. Heute sind eben diese Betriebsleiter nah am Rentenalter.
 
Frauen sind gegenwärtig in fast allen Bereichen der Landwirtschaft stark unter-repräsentiert. Nur circa 10% der Betriebsleiterpositionen werden derzeit von Frauen eingenommen. Diese leiten zudem eher kleine Betriebe. Auch sind nur 11% der Auszubildenden für den Beruf des Landwirts und ein Drittel der ständigen Arbeitskräfte Frauen. Ein gänzlich anderes Bild zeigt der Blick auf die Absolventen der Agrarwissen-schaften und damit das Reservoir an qualifizierten Nachwuchsführungskräften. Hier sind regelmäßig mehr als 50% weiblich.
 
Dies wirft zwei zentrale Fragen auf: Werden qualifizierte Frauen weniger als Nachwuchs-führungskräfte in Betracht gezogen? Oder haben die qualifizierten Frauen selbst weniger Interesse an einer solchen Position? Um die Hintergründe des geringen Frauenanteils auf der landwirtschaftlichen Leitungsebene zu identifizieren und Antworten auf diese Fragen zu erhalten, wurden im Rahmen der Dissertation sowohl landwirtschaftliche Unter-nehmensleiter aus den neuen Bundesländern als auch Studierende der Agrar-wissenschaften befragt. Die Befragungsergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, liefern aber erste wichtige Einblicke.
 
Demnach sind die  Gründe für den geringen Frauenanteil allem Anschein nach sowohl auf der Angebotsseite - also bei den Frauen selbst - als auch auf der Nachfrageseite - beim derzeitigen Führungspersonal - zu finden. Um auch künftig den hohen Bedarf an Nachwuchsführungskräften zu decken, müssen Personalbeschaffung und -entwicklung entsprechend ausgestaltet werden.
 
Worauf die Betriebsleiter in den Befragungen bei ihrem/er Nachfolger/in achteten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 09/2015 des agrarmanager. 

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