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Ausgabe September_2015

Auf Diät - Neues Düngerecht verknappt die Nährstoffzufuhr

von , am
27.08.2015

Die neue Düngeverordnung wird niedrigere Nährstoffsalden vorschreiben. Das gefährdet den Anbau von proteinreichem Qualitätsweizen, einem Exportschlager der deutschen Ackerbauern. Mit neuen Sorten und Präzisionsdüngung versuchen Züchter und Techniker gegenzusteuern.

© Werkfoto Amazone
Ende Juli schien es nun endlich soweit. In einem autorisierten Interview mit dem Pressedienst Agra-Europe verkündete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stolz: "Der Ende Juni bekanntgewordene Verordnungsentwurf ist zwischen mir und Kollegin Hendricks abgestimmt."
Leider war die von Schmidt gefeierte Einigung mit dem Bundesumweltministerium (BMU) entweder nur von sehr kurzer Dauer oder von vornherein eine einseitige Interpretation des CSU-Politikers. Aus dem SPD-geführten Umweltministerium liegt Schmidt mittlerweile nämlich eine Stellungnahme vor, die wesentliche Teile seines Entwurfs vom 22. Juni in Frage stellt. Eine wirkliche Einigung könnte demnach noch Monate dauern.
 
Vier Jahre währt der Streit um die Düngeverordnung nun schon. Dass es noch immer keine neue Düngeverordnung gibt, kann sich das Umweltministerium auf die Fahne schreiben. Mit der EU-Kommission im Rücken, spielt Ministerin Hendricks auf Zeit. Denn das EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen einer unzureichenden Umsetzung der Nitratrichtlinie läuft. Damit hat die Umweltministerin ein weiteres Druckmittel, um ihrem Kollegen im Agrarressort weitere Zugeständnisse abzuringen. Die Zeit spielt für Hendricks. Sie kann gelassen zusehen, dass der Zeitplan von Schmidt, die Düngeverordnung dem Bundesrat Anfang November zuzuleiten, um am 18. Dezember 2015 die Zustimmung des Plenums einzuholen, nach ihren jüngsten Einwänden wahrscheinlich schon jetzt nicht mehr zu halten ist.
 
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Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
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Mehr über die Forderungen des DBV in Bezug auf die Novellierung der Düngeverordnung erfahren Sie in der aktuellen September 2015 Ausgabe des agrarmanager. Und hier geht's für Nicht-Abonnenten zum Schnupperabo. 
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Weizen adé?

Welche Auswirkungen wird die geplante Düngeverordnung nach sich ziehen? Die angekündigten Nährstoffbegrenzungen sind nicht nur bedrohlich für den Anbau von Qualitätsgetreide, sie bergen auch Herausforderungen für die Züchter.
 
 
Ob es einer flächendeckenden und generalisierenden Verordnung bedarf, um den Nährstoffeintrag in Gewässer zu begrenzen, darüber streiten sich die Geister. Die Kritiker dieses Ansatzes führen an, dass sich die Wasserqualität seit Jahren nachweislich verbessert und verurteilen den durch die Politik eingeschlagenen Weg mit Hinweis auf die in Dänemark entstandenen Probleme. Andere wiederum befürworten die Herangehensweise und stellen die große Bedeutung des Wassers für den Menschen heraus.
 
 
Unsere skandinavischen Nachbarn haben bereits Anfang der 90er-Jahre den Dünger­einsatz beschränkt. Seither ist der Proteingehalt laut einem Marktbericht des Unternehmens ADM von 12 auf 8,4% gesunken. Viele befürchten für die deutsche Weizenproduktion eine ähnliche Entwicklung.
Der Rohproteingehalt ist aktuell das wichtigste Kriterium, an dem die Weizenqualität festgemacht wird. Die Formel lautet dabei: Ein hoher Rohproteingehalt garantiert ein hohes Backvolumen.
 
 
Wenn nun die angestrebte Regulierung mittels Düngeverordnung zu einer Verringerung des Rohproteingehaltes führen wird, muss sich die Züchtung auf eine höhere N-Effizienz und auf eine höherwertige Proteinzusammensetzung konzentrieren. Langfristig kann sie hier durchaus einen Ausweg aus dem Dilemma finden. Allerdings muss auf dem Weg dorthin auch eine Lösung in der Frage der Qualitätsparameter gefunden werden.
 
 
Welche Bedeutung eine novellierte Düngeverordnung für die Weizenqualität und -zucht hat lesem Sie in der aktuellen Ausgabe 09/2015 des agrarmanager.
 
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Dr. Ebrahim Kazmann, Hadmersleben
 
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Genau dosieren - sicher dokumentieren

Der Entwurf der neuen Düngeverordnung sieht engere Nährstoffsalden und striktere Dokumentationspflichten vor. Zudem sollen nunmehr auch Gärrückstände und sämtliche organischen Düngemittel einbezogen werden. Auf Flächen mit hohen Phosphatwerten soll kein Phosphatüberschuss mehr zulässig sein. Damit wird es nochmals wichtiger, Dünger jeglicher Art in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort auszubringen.
 
Der meiste Dünger wird in Deutschland als Mineraldünger mit Zweischeibenstreuern ausgebracht. Die Technik wurde über Jahrzehnte perfektioniert. Gerätehersteller bieten zu fast allen möglichen Düngersorten Einstellwerte an. Heute kann man sich die Werte auch mit einer App online auf den Acker holen. Damit sind die Grundlagen für eine gleichmäßige Düngung vorhanden. Dazu kommt, dass die modernen Streuer problemlos elektronisch angesteuert die Ausbringmenge variieren können. Das kann per Kartenansatz offline vom Terminal im Traktor oder online von Düngesensoren gesteuert erfolgen. Auch eine Kombination aus Karte und Sensor ist möglich: Map overlay. Grundlage für den Kartenansatz sind betriebliche Daten zum Schlag: Bodenart, Daten von Bodenproben, Ertragskarten und mehr. Düngesensoren werden inzwischen von einer handvoll Firmen angeboten. Für alle Verfahren kann neben der Software von Spezialisten auch deren Dienstleistung in Anspruch genommen werden.
 
Alles gut also? Nicht ganz ...
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Jörg Möbius
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Mit welcher Technik sich strengere Auflagen an die Ausbringung mineralischer und organischer Dünger erfüllen lassen, erfahren Sie in der September 2015 Ausgabe des agrarmanager. Sie haben noch kein Leserabo? Dann bestellen Sie jetzt Ihr Probeheft.
 
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