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Ausgabe April 2014

Dossier: Es wird brenzlig am Pflanzenschutzmarkt

von , am
28.03.2014

Mit moderner Pflanzenschutztechnik können die Mittel sicher und umweltgerecht ausgebracht werden. Neue Düsen mit einem größeren Durchflussmengenbereich ersetzen je nach Größe bis zu drei herkömmliche Düsen. Außerdem finden Sie im Dossier Tipps zum Mitteleinsatz in Getreide.

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager
Jetzt wird es eng: Uns droht in den nächsten fünf Jahren ein massiver Verlust bewährter Pflanzenschutzmittel. Hintergrund für diesen drohenden Kahlschlag ist das 2009 von der EU beschlossene sogenannte "Pflanzenschutzpaket", mit dem die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln komplett neu geregelt wurde.
 
Falls die betreffende EU-Zulassungsverordnung Mitte dieses Jahres in Kraft tritt, droht ein Kahlschlag bei den uns jetzt noch zur Verfügung stehenden Wirkstoffen. Mit fatalen Folgen: So drohen beispielsweise neun der zehn meistverkauften Getreidefungizide wegzufallen. Zur Bekämpfung der Krautfäule bei Kartoffeln sowie bei den Kartoffelherbiziden wäre nur noch jedes zweite Produkt am Markt. Und auch bei den Herbiziden und Insektiziden können riesige Bekämpfungslücken entstehen.

Noch ist die Umsetzung der Verordnung nicht im Detail abgeschlossen. So sind beispielsweise die Zulassungskriterien noch nicht endgültig definiert und die Regeln für die Risikobewertung für Bienen ist noch in der Abstimmung. Noch bleibt Zeit zum Handeln.

Was müssen wir tun? Uns einmischen und uns Gehör verschaffen. Wir dürfen die öffentliche Diskussion nicht den Lobbyorganisa-tionen um BUND und Co. überlassen. Wir müssen uns einbringen in die Diskussion - ob in Gesprächen in unserem privaten Umfeld oder mit sachlichen Online-Kommentaren im Internet.

Und auch die Politik ist immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln ist - sowohl für die Produktion von Nahrungsmitteln in ausreichenden Mengen und gesicherten Qualitäten als auch für den Fortbestand unserer landwirtschaftlichen Betriebe.

Ganz einfach kann das jeder von uns machen, wenn er eine Aktion unterstützt, die der Deutsche Bauernverband gestartet hat. Unter www.meine-bauernfamilie.de lässt sich mit wenigen Klicks eine E-Mail an die EU-Kommissare für Gesundheit bzw. Umwelt schicken. Darin werden sie aufgefordert zu verhindern, dass die Palette bewährter Pflanzenschutz-Wirkstoffe durch eine völlig überzogene und rein theoretische Risikodiskussion in Frage gestellt wird.

Also: Jetzt mitmachen und sich einmischen!"Es wird brenzlig am Pflanzenschutzmarkt"
 
Julia Reinhardt, Redakteurin agrarmanager
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