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Fachbeiträge

Dossier Eutergesundheit

von , am
12.12.2012

Mit einer eutergesunden Herde steht und fällt die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung. Bei diesem Ziel möchten wir Sie mit unserem Dossier in der ersten Ausgabe des <b>agrarmanager</b> unterstützen.

Geld verdient eine Kuh letztendlich vor allem mit ihrer Milch. Dafür braucht sie neben einem robusten Stoffwechsel in erster Linie ein intaktes Euter. Anders ausgedrückt: Mit einer eutergesunden Herde steht und fällt die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung.

Doch obwohl diese Erkenntnis nicht neu ist, zählen Euterprobleme noch immer zu den häufigsten Abgangsgründen in hiesigen Milchviehherden. Je nach Erfassungsmodus werden zwischen 15 und 20% aller Kuhmerzungen auf Euterentzündungen und -verletzungen zurückgeführt. Nur Fruchtbarkeitsprobleme bringen noch mehr Kühe auf den Schlachthof.

Kommen die körperlichen Voraussetzungen moderner Hochleistungskühe also mit deren Leistungsveranlagung nicht mehr mit? Sind die Holstein-Euter mit der Milchmenge, die sie produzieren, inzwischen überfordert?

Dagegen spricht vor allem eins: Häufigkeit und Schwere von Eutererkrankungen nehmen nicht mit der Herdendurchschnittsleistung zu. Im Gegenteil: Gerade Spitzenbestände zeichnen sich oft durch auffallend niedrige Mastitisraten aus. Und das hat seinen
Grund: Besonders hohe Leistungen verlangen ein besonders akribisches Herdenmanagement. Und zu dem gehört auch die Sorge um das "Wohlergehen" des Euters – angefangen bei der Milchgewinnung über die Stallausstattung und  -bewirtschaftung bis hin zur Rationsgestaltung. Und viel häufiger als im Durchschnittsbetrieb arbeiten Herdenmanager von Spitzenbeständen eng mit einem bestandsbetreuenden Tierarzt zusammen.

Im Dossier Eutergesundheit befassen sich renommierte Autoren mit Fragen einer zitzenschonenden Melktechnik und einer optimalen Melkhygiene, werfen einen kurzen Blick in Stall und Liegeboxen, geben Tipps für eine frühzeitige Mastitiserkennung und die systematische, herdenbezogene Behandlung erkrankter Kühe und beschreiben die optimale Vorgehensweise beim Trockenstellen. Dabei stehen vor allem neue Methoden wie die viertelindividuelle Vakuumregelung, vollautomatische Zitzendippvorrichtungen und die tierindividuelle, erregerspezifische Antibiotikabehandlung für Trockensteher im Vordergrund.

Die Beiträge zeigen hierbei hauptsächlich eins: Eutergesunde Herden gibt es nicht zum Nulltarif. Und das bezieht sich nicht nur im Wortsinn auf die finanziellen Aufwendungen, sondern vor allem auch auf die Aufmerksamkeit der Herdenbetreuer, auf die Sorgfalt im Umgang mit Tier und Technik und auf die enge Zusammenarbeit mit Fachberatern und Veterinären. Nur so wird aus der Heilung eines kranken Euters die erfolgreiche Sanierung eines ganzen Bestandes und am Ende der effektive Schutz einer gesunden Milchviehherde.

Dieses ehrgeizige Ziel ist eine Herausforderung für das Betriebsmanagement. Und wir möchten Sie mit unserem Dossier in der ersten Ausgabe des agrarmanager dabei unterstützen.
Sabine Leopold

 
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