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Ausgabe Juli 2014

Dossier: Extensiver hier, intensiver da

von , am
24.06.2014

Wasser speichern und Saatbett lockern - Strip-Till macht’s möglich. Die streifenweise Bodenbearbeitung passt nicht überall hin und erfordert ein Umdenken. Es werden zunehmend Geräte dafür angeboten und Erfahrungen damit gemacht, deshalb ist Strip-Till der Schwerpunkt in unserem Dossier.

Jörg Möbius, Redaktion agrarmanager
Satteln US-Farmer bei Bodenbearbeitung und Bestellung von Direktsaat auf Strip-Till um, ist das eine Intensivierung der Produktion. Ganz anders hierzulande: Wer bei uns auf Strip-Till setzt, der wirtschaftet damit ganz überwiegend extensiver als vorher.
 
Wie bei jedem neuen Verfahren müssen Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden. Deshalb räumen wir Strip-Till in diesem Dossier zur Herbstbestellung breiten Raum ein. Sowohl die Untersuchungen am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie als auch die Erfahrungen von zwei Praktikern bei der streifenweisen Rübenaussaat sind höchst interessant.
 
Am meisten beeindrucken mich Strip-Till-Vorteile wie Erosionsschutz und Kraftstoffeinsparung. Aber auch der Wunsch, Wasser in den unbearbeiteten Streifen im Boden zu halten und gleichzeitig ein lockeres Saatbett zu haben, kann mit diesen Geräten besser als mit jeder anderen Technik erfüllt werden. Das liest sich fast wie Zauberei. Damit Strip-Till seine Vorteile ausspielen kann, muss aber auch einiges beachtet werden! Strip-Till eignet sich vor allem für Kulturen mit größerem Reihenabstand, also Mais, Raps und Zuckerrüben. Damit steht die Frage der Auslastung viel dringlicher. Nur größere Betriebe und Lohnunternehmen mit entsprechendem Kundenstamm können solche Geräte wirtschaftlich auslasten. Das Verfahren erfordert, dass die gesamte Produktionstechnologie angepasst wird. Letztendlich muss bei der Aussaat der schon vorher gelockerte Streifen mit dem eventuell platzierten Dünger möglichst genau getroffen werden. Das geht nur mit einem hochgenauen RTK-Lenksystem.
 
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Reste der Vorfrucht, wenn sie feucht und damit elastisch sind, zum Problem werden können. Am Ende ist Strip Till also doch keine Zauberei. Strip-Till ist aber eine Perspektive für Ackerbauern, die mich hoffnungsvoll stimmt!

 
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Jörg Möbius, Redakteur agrarmanager
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