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Fachbeiträge

Dossier Fütterung

von , am
24.04.2013

Gesund, leistungsstark und langlebig sollen Nutztiere sein. Grundvoraussetzung dafür ist eine optimale Fütterung. Doch viele Rationsbestandteile werden immer kostspieliger. Wir zeigen, wo Sparpotenzial besteht, aber auch, wo falscher Geiz zu Lasten der Wirtschaftlichkeit geht.

Es ist ein bisschen wie die Quadratur des Kreises: Einerseits können nur optimal gefütterte Nutztiere ihr Leis­tungspotenzial ausschöpfen. Gutes Futter hält sie gesund, lässt sie lange leben und macht sie damit effizient für den Landwirtschaftsbetrieb. Andererseits werden hochwertige Rationskomponenten immer teurer. Vor allem beim Eiweiß bringen die Preisausschläge an den internationalen Märkten so manchen Tierhalter dazu, seine Rationen noch mal mit dem Rotstift „nachzukalkulieren“. Doch wer hier an der falschen Stelle geizt, büßt Leistung ein, was die Kosten je erzeugte Einheit Fleisch oder Milch wiederum in die Höhe treibt und den Betriebszweig erst recht in die Bredouille bringt.
 
Günstig füttern heißt nicht: Sparen auf Teufel komm raus. Es verlangt vielmehr, Ressourcen überlegt einzusetzen und Alternativen im Auge zu behalten. Wertvolles Protein muss nicht immer aus der Sojabohne kommen, heimische Eiweißträger wie Rapsschrot, Luzerne und Klee-Gras-Mischungen können vor allem im Wiederkäuerbereich hochwertigen Ersatz bieten. Doch das verlangt Fingerspitzengefühl bei der Rationszusammenstellung und ein wachsames Auge auf die Futtermärkte, denn auch diese Proteinkomponenten unterliegen mittlerweile teils erheblichen Preisschwankungen.
 
Auch Schweine vertragen ­längst modernes Proteinfutter von hiesigen Feldern. Die Zeiten, in denen Raps wegen seiner antinutritiven Eigenschaften vor allem für Sauen generell ungeeignet war, gehören der Vergangenheit an. Dennoch ist Eiweiß nicht gleich Eiweiß. Die einzelnen Fraktionen bestimmen die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt. Ein entsprechender Ausgleich in Alternativrationen ist deshalb unverzichtbar.
 
Eiweiß spielt — neben der Energie — auch bei der Jungtierfütterung eine entscheidende Rolle. Aktuelle Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, dass die früheren Fütterungsempfehlungen
für Milchviehkälber in den ersten Lebenswochen oft falsch verstandene Sparsamkeit waren. Nur mit hochwertiger Tränke satt gefütterte Tiere nutzen ihr gesamtes Wachstumspotenzial. Und sie entwickeln sich auch in der Folge deutlich besser als ihre restriktiv versorgten Stallgefährten, was unterm Strich die Aufzuchtkosten spürbar senken kann.   
 
Eine ausgefeilte, bedarfsgerechte Nutztierfütterung ist eine anspruchsvolle Managementaufgabe, die neben umfangreichem Fachwissen vor allem viel Erfahrung und ein gutes Gespür verlangt. Mit unserem nachfolgenden Dossier zum Thema Fütterung möchten wir Sie dabei unterstützen.
 
Sabine Leopold
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