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Ausgabe Mai 2014

Dossier: Keine Hektik beim frühen Saisonstart

von , am
30.04.2014

Mit der warmen Jahreszeit beginnt auch die Weidesaison. Doch trotz der Eile durch den frühen Vegetationsbeginn in diesem Jahr muss der Start in die „Sommerfrische“ gründlich vorbereitet werden. Das betrifft die Tiere ebenso wie die Weideflächen.

In diesem Jahr hat die Natur deutschlandweit einen Frühstart hingelegt. Für Rinderhalter heißt das, dass der Startschuss für die Weidesaison eher fallen kann als erwartet.
 
Wer jetzt schon einen Aufwuchs auf seinen Grünlandflächen verzeichnet wie sonst erst Mitte Mai, sollte dennoch nicht in Hektik verfallen. Die grüne Saison verlangt eine gründliche Vorbereitung und die wiederum braucht ihre Zeit. Vor allem Tiere, die auf stallferne Weiden gebracht werden, müssen auf gesunde Klauen und Gliedmaßen kontrolliert werden und auch sonst fit sein. Eine gründliche Parasitenprophylaxe gehört ebenfalls zum Standard-Vorbereitungsprogramm. Und natürlich die rechtzeitige Umstellung auf das neue Futter.
 
Letzteres verlangt besonders viel Fingerspitzengefühl. Gerade ganz junger Aufwuchs ist zwar energie- und proteinreich, verfügt aber über viel zu wenig strukturwirksame Rohfaser und hat ein ungünstiges Mineralstoffverhältnis. Abhilfe schaffen können nur eine sorgfältige Vorbereitungsfütterung und ein geeignetes Zufütterungsprogramm nach dem Austrieb. im Zweifelsfalle sollte der erste Aufwuchs lieber geschnitten und siliert werden.
 
Eine Mähweidebewirtschaftung hilft auch, den Endoparasiten für den Rest der Saison die Familienplanung zu vermasseln. Werden nämlich die Wurmeier, die mit den Grashalmen in die Höhe wachsen, von keinem Wirt aufgenommen, unterbricht das die Generationsfolge der Plagegeister sehr wirkungsvoll. Gerade für erstsömmerige Jungrinder ist - neben einer medikamentellen Vorbeugung - eine solche Maßnahme enorm hilfreich.
 
Wer auch seinen Trockenstehern eine Sommerfrische gönnen möchte, sollte vor allem bei einer stallfernen Ganztagsweide sicher sein, dass keine Mastitis in den stillgelegten Eutern schlummert. Euterbehandlungen auf der Weide sind selbst bei vorhandenem Fangequipment purer Stress für Mensch und Tier. Außerdem dürfen Trockensteher auf keinen Fall vom Weidefutter satt werden. Die Folgen durch Energieüberschuss, Strukturmangel und Mineralstoffimbalancen wären verheerend. Nur eine ausgewogene Zufütterung kann hier Schaden vermeiden.
 
Während im Stall die letzten Vorbereitungen für den Austrieb getroffen werden, bleibt noch ein bisschen Zeit zur Weidepflege. Neben einer Sicherheitskontrolle von Zäunen und Toren gehören dazu - je nach Lage und Zustand des Grünlandes - eine Nährstoffversorgung für das junge Gras und eine Nachsaat löchriger Bestände. Und wer neben seiner Rinderherde unfreiwillig eine stolze Maulwurfspopulation sein eigen nennt, kann den Kühen und Färsen, die über die Wintermonate nur ebenen Boden unter den Füßen hatten, mit dem Breitschleppen der Maulwurfshügel den Start in die Weidesaison erleichtern.
 
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Bei sorgfältiger Vorbereitung ist der Weideaufenthalt für gesunde Tiere eine willkommene Sommerfrische. Und die leergeräumten Ställe sparen Tierbetreuungsaufwand oder erleichtern bei Bedarf Reparaturen und Umbaumaßnahmen.
 
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Sabine Leopold, Redakteurin agrarmanager
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