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Ausgabe Juni_2015

Dossier: Mähdrusch heute und morgen

von , am
28.05.2015

Bald rollen die Drescher wieder. Mit moderner Erntetechnik kann das Korn schnell und verlustarm geborgen werden. Zunehmend kommen elektronisch Hilfen für den Fahrer zum Einsatz. Bei den Schneidwerken gibt es interessante neue Entwicklungen.

Jörg Möbius, Redaktion agrarmanager
Zwischen Formel-1-Boliden und den -
meist praktischen - Autos, die Sie und ich fahren, liegen Welten. Beim Mähdrusch ist das anders. In den letzten Jahren haben die Hersteller bei den kleineren Modellen nachgerüstet. Wahlweise ist bei den führenden Herstellern fast die gesamte Sensor- und Automatisierungstechnik samt automatischer Lenkung und Telemetrie auch für die Mittelklasse erhältlich. So kann der Kunde zwischen einem einfachen und einem hochgerüsteten Modell wählen. Letzteres ist technisch gar nicht so weit von den prestigeträchtigen Flaggschiffen entfernt. Klar erhalten die Großmähdrescher immer als erstes die technischen Neuheiten. Und
bei ihrer Leistung sind andere Schneidwerke erforderlich als für die kleineren Brüder. Was sich im Bereich Schneidwerke in letzter zeit getan hat, lesen Sie gleich im Dossier.

Unter mitteleuropäischen Verhältnissen scheinen die Vario-Schneidwerke mit veränderlicher Tischlänge ihren Stand gegenüberden aus Amerika kommenden Bandschneidwerken zu behaupten. Hauptargument für Bandschneidwerke ist für mich die Möglichkeit der Bodenanpassung, vor allem wenn sehr breite Schneidwerke in drei Segmente geteilt werden. Eine Teilung in der Mitte einschließlich Schnecke und Haspel ist auch bei den konventionellen Konstruktionen möglich. Das zeigt beispielsweise die Konzeptstudie der tu Dresden in unserem Zukunfts-Beitrag auf den Seiten 60 und 61. Vermutlich werden Sie auf dieser Doppelseite  zuerst auf das - zugegeben deutlich größere - Bild des Prototyps eines Knicklenk-Dreschers aus Amerika schauen. Aber der ist - im Gegensatz zur Dresdener Studie - für unsere Straßenverkehrsordnung ein No-Go.

Egal welche Mähdrescher Sie einsetzen, vor und während der Ernte müssen Sie - meist über den Händler vor Ort - auf den Service vom Hersteller zurückgreifen. Und da unterscheiden sich
die Erfahrungen teilweise sehr. Auch wir stellten das bei der Informationsbeschaffung für die Tabelle im Beitrag Durchsatzautomatik fest. Da gab es Hersteller, von denen die Autorin schnell
Antwort und sogar Zusatzinformationen erhalten hat. Eine Zeile dagegen wäre beinahe leer geblieben. Mit vereinten Anstrengungen, also vielen Telefonaten und Mails, war dann doch ein
kompetenter Ansprechpartner auffindbar.
 
Einfach mal anders wird die Getreideernte in der sachsen-anhaltinischen Landesanstalt für Landwirtschaft gedacht. Die technisch anspruchsvolle Reinigung wird später stationär erledigt.
So werden mit dem dort entwickelten Kompakternter auch die Spreu und ein Teil vom Stroh in einem Arbeitsgang geborgen. Hauptziel ist die stoffliche oder energetische Nutzung von Stroh
und Spreu. Positiver Nebeneffekt, die Unkrautsamen bleiben nicht auf dem Feld. Die Frage ist jetzt, ob und wenn ja, welcher Landmaschinenhersteller mit einsteigt.


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Jörg Möbius, Redakteur agrarmanager
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