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Fachbeiträge

Dossier Pflanzenschutz

von , am
26.03.2013

Pflanzenschutz ist Voraussetzung für eine leistungsfähige Pflanzenerzeugung. Gleichzeitig gilt es, die Interessen des Verbraucher- und Umweltschutzes zu sichern. Fakt ist: Pflanzenschutz hilft, (mit) Sicherheit zu ernten.

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager
Zugegeben, der chemische Pflanzenschutz wird in der breiten Öffentlichkeit schon lange vor allem als Risiko wahrgenommen. Dass er aber eine wesentliche Voraussetzung dafür darstellt, das ganze Jahr hindurch gesunde Lebensmittel in gesicherten Qualitäten und in ausreichender Menge bereitzustellen, ist vielen Menschen leider nicht bewusst.

Natürlich muss das, was die Pflanzen gesund hält, auch für die Umwelt und uns Verbraucher unbedenklich sein. Aber gerade die aktuellen Funde von Mykotoxin-belasteten Futtermitteln zeigen doch einmal mehr, dass sich die Diskussion in puncto Pflanzen- und Verbraucherschutz nicht nur allein auf die Rückstandsproblematik beschränken darf. Mykotoxine gehören zu den gefährlichsten Lebens- und Futtermittelkontaminanten. Die Brisanz des Themas wird durch Schätzungen der FAO untermauert: Demnach ist ein Viertel der weltweiten Agrarproduktion mit Mykotoxinen belastet.

Kopfzerbrechen bereiten Landwirten, Herstellern und Händlern vor allem aber die beiden derzeit am heißesten diskutierten Themen im Pflanzenschutz: Das geplante Teilverbot für Neo­nikotinoide sowie die anstehende Sicherheitsbewertung des Wirkstoffs Glyphosat. Wenn die Pläne der Europäischen Kommission zu einem umfassenden Verbot der Neonikotinoide nicht gestoppt werden, haben vor allem die Rapsanbauer in Deutschland das Nachsehen. Ihnen würden bei einem Verbot der Saatgutbeizung mit dieser Wirkstoffgruppe kaum noch wirksame Alternativen zum Schutz gegen Schädlingsbefall zur Verfügung stehen. Einer im Januar 2013 vom Humboldt Forum for Food and Agriculture e.V. (HFFA) veröffentlichten Studie zufolge würden die Netto-Margen der Produzenten um 60% schrumpfen. Der Anbau wäre damit kaum noch wirtschaftlich.

Wir stehen in den kommenden Jahren vor einer der größten Herausforderungen unserer Zeit: Eine rasant wachsende Weltbevölkerung mit immer knapper werdenden Ressourcen zu ernähren. Dafür müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die wir Landwirte haben: Technik, Züchtung und Düngung gehören ebenso dazu, wie die Methoden zur Verminderung von Nachernteverlusten und die Umsetzung der neuesten Erkenntnisse der Agrarforschung. Und auch der Pflanzenschutz muss ein entscheidender Baustein bei der Erreichung dieses Zieles sein.

Was wir dafür brauchen, sind daher politische Entscheidungen, die auf der wissenschaftlichen Datenlage basieren und die tatsächliche Anwendung in der Landwirtschaft berücksichtigen. Und keine Hauruck-Aktionen, deren Nutzen für die Bienen fragwürdig, die für die Landwirtschaft aber ganz sicher schädlich wären.
Julia Reinhardt

Außerdem in unserem April-Dossier: Mit moderner Pflanzenschutztechnik können die Mittel sicher und umweltgerecht ausgebracht werden. Desweiteren finden Sie Informationen zum Mitteleinsatz in Getreide, Kartoffeln und Rüben sowie zur mechanischen Unkrautbekämpfung.
 
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