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Ausgabe März_2015

Dossier: Präzision über und unter der Krume

von , am
23.02.2015

Für Ackerbauern interessant sind die neuen Entwicklungen bei Strip Till und Unterfußdüngung. Außerdem geht es in unserem Dossier um den Kalibedarf von Winterroggen bei steigenden Ertragserwartungen und schwankenden Wetterbedingungen.

Jörg Möbius, Redaktion agrarmanager
Wenn Ackerbauern ihre Produktionskosten analysieren, dann waren und sind die Rechnungen für den Dünger der größte Kostenblock. Der Anteil für die Ausbringetechnik an den Düngekosten liegt gewiss im einstelligen Prozentbereich. Bei hoher Auslastung des Streuers sind es oft nur zwischen 2 und 4 %. Wenn die Investition in einen neuen Streuer ansteht, lohnt es sich, das im Hinterkopf zu haben.

Neben dem verständlichen Wunsch, neue Technik kostengünstig einzukaufen, sollten Sie auch überprüfen, ob es Möglichkeiten zu genauerer Ausbringung, besserer Logistik und höherer Effektivität gibt. Passen die Arbeitsbreiten von Streuer und Pflanzenschutzspritze noch? Reizen Sie die Tragkraft des Traktors im Dreipunkt voll aus, weil der Streuer noch mit einem Aufsatz ausgerüstet wird? Dann sollten Sie vielleicht über ein gezogenes Modell nachdenken. Wenn es mit der Logistik des Nachschubs passt, kann der gezogene Streuer ja größer werden. Denn die großen "Rucksäcke" am Traktor führen dazu, dass der Streuer nicht immer in waagerechter Lage ist. Aber nur für diese Position sind Streuwerk und Streutabellen optimiert!

In Deutschland wird bereits jeder zweite Mineraldüngerstreuer mit einer Massenstromregelung verkauft. Damit wird während der Fahrt auf dem Acker vollautomatisch und präzise die gewünschte Düngermenge dosiert. Die dafür eingesetzten Sensoren und die Software entlasten durch die automatische Steuerung gleichzeitig den Fahrer. Außerdem wird die Dokumentation vereinfacht. Alle bedeutenden Hersteller bieten in dieser wichtigen Mittelklasse, oft einfach Wiegestreuer genannt, ausreichend Modelle an.

Wenn es noch etwas mehr sein darf: Getrennte Regelung von linker und rechter Streuscheibe, automatisches Aus- und Einschalten am Vorgewende, präzises Streuen von Keilen mit minimaler Überlappung, all das bieten Spitzenmodelle heute. Auch hier zählt neben dem Vorteil genauer Dosierung und Vermeidung von Überlappungen oder Fehlstellen wieder die Entlastung der Fahrer mit.

In diesem Dossier finden Sie zwei Beiträge zu innovativen neueren Düngeverfahren: Unterfußdüngung und Strip Till mit Gülleeinarbeitung. Anders als bei einem Mineraldüngerstreuer muss für diese Verfahren viel teurere Technik angeschafft werden.
Da stellt sich sofort die Frage nach der Auslastung. Viele mittlere Betriebe werden hier auf Dienstleistung setzen: Zukaufen vom Nachbarn oder Lohnunternehmer oder aber selbst zum Dienstleister werden.

Mit der Kombination der drei Arbeitsgänge Lockerung, Unterfußdüngung und Aussaat in einem Gerät haben die Konstrukteure eine bewundernswerte Arbeit geleistet. Verschenken Sie die damit mögliche Zeiteinsparung nicht, indem das Befüllen Ewigkeiten dauert. Schnell Saatgut und Dünger aus Big Bags nachfüllen und weiter geht es.

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Jörg Möbius, Redakteur agrarmanager
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