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Ausgabe März 2014

Dossier: Praxisgerecht und bedarfsorientiert

von , am
28.02.2014

Wenn über die bevorstehende Novellierung der Düngeverordnung beraten wird, sollten praxisgerechte Lösungen gefunden werden, die sich am Nährstoffbedarf der Kulturpflanzen orientieren. Neben aktuellen Düngetrends informieren wir über Klärschlamm und Holzasche als Düngemittel im Nährstoffkreislauf.

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager
Die Düngeverordnung soll bis Ende des Jahres novelliert werden. Derzeit laufen zu der geplanten Novelle Abstimmungsgespräche mit den Bundesländern sowie den betroffenen Verbänden.

In dem Forderungskatalog zur Novellierung der Düngeverordnung ist unter
anderem auch eine Obergrenze für die Ausbringung von organischen Düngemitteln vorgesehen. Diese soll 170 kg N/ha betragen und alle organischen Düngemittel einschließlich Gärresten pflanzlicher Herkunft, Kompost und Klärschlamm umfassen.

Zudem soll die Sperrfrist für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff auf Ackerflächen direkt nach der Ernte der Hauptkultur beginnen und nicht mehr wie bislang am 1. November. Ausnahmen soll es geben für im Anschluss angebaute Kulturen, die im Spätsommer und Herbst noch einen regelmäßigen Düngebedarf aufweisen (Raps, Feldgras und Zwischenfrüchte). Für sie soll die Sperrfrist am 1. Oktober beginnen.

Diese pauschale Obergrenze sowie eine Ausweitung der Sperrfrist sind fachlich nicht nachvollziehbar und zudem mit erheblichem Aufwand und Kosten für die Landwirte verbunden. So hat sich eine moderate Herbstdüngung zu Wintergetreide in der Praxis vielfach bewährt. Zudem zeigen Untersuchungen, dass sich die Vegetationsperiode ständig ausdehnt und somit der Nährstoff-bedarf im Herbst sogar steigen könnte.

Bei Umsetzung dieser Forderung würde zudem der Mineraldüngereinsatz angekurbelt, während der im Zuge der Kreislaufwirtschaft vorhandene Wirtschaftsdünger nicht ausgebracht werden dürfte. Angesichts der energieintensiven Herstellung von Stickstoff und der begrenzten Ressourcen an Phosphor und Kalium ist diese Forderung auch aus ökologischen Beweggründen nicht nachvolllziehbar.

Wenn über die anstehende Novellierung der Düngeverordnung beraten wird, sollten praxisgerechte Lösungen gefunden werden, die sich an dem Nährstoffbedarf der Kulturpflanzen orientieren!
 
Julia Reinhardt, Redakteurin agrarmanager
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