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Ausgabe Dezember 2013

Dossier: Die Qualität auslagern, die man einlagert

von , am
28.11.2013

Der Nachreifeprozess von Getreide oder Raps verläuft im Lager. Dabei kommt es unmittelbar nach der Ernte zur Umverteilung der Feuchtigkeit in den Körnern. Daher muss der Feuchtigkeitsgehalt reduziert, die Temperatur abgesenkt oder die Lagerzeit reduziert werden. Wenn hierbei Fehler unterlaufen, sind Folgeschäden unausweichlich.

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager
Der Verderb geernteter Pflanzenerzeugnisse kann ohne jegliche Schutzmaßnahmen zum Totalverlust führen. Laut Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen im weltweiten Schnitt 20 % der Ernteerzeugnisse durch Vorratsschädlinge verloren. Davon 80 % durch Insekten, 10 % durch Vögel und Nagetiere sowie 10 % durch Schadpilze.

Durch intensive Anstrengungen belaufen sich die mengenmäßigen Verluste hierzulande zwar auf etwas weniger als 1 %. Dennoch drohen auf allen Stufen der nacherntlichen Nutzung von Pflanzenerzeugnissen Masseverluste und Qualitätseinbußen. So werden alleine die Schäden, die Ratten und Mäuse in landwirtschaftlichen Getreidelagern verursachen, mit 40 Mio. € beziffert.

Aber es geht bei Weitem nicht nur um materielle Schäden. Erhöhte Temperaturen und Feuchtegehalte - ob durch falsche Einlagerung oder aufgrund der Stoffwechselaktivität von Schädlingen -- fördern das Wachstum von Schimmelpilzen. Hierdurch können hochgiftige Mykotoxine gebildet werden. Zudem besitzen eine ganze Reihe von Milben und Insekten ein hohes allergenes Potenzial für Mensch und Tier.

Welche Möglichkeiten Sie zur Schädlingsbekämpfung im Getreidelager haben und was zu tun ist, damit Sie die Qualität auslagern, die Sie eingelagert haben, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Beim Raps verzichten viele Betriebe auf eine hofeigene Lagerung, da er sehr hohe Ansprüche an die Nacherntebehandlung stellt. Zu Unrecht, wie unser Autor anmerkt. Er zeigt, wie durch eine fachgerechte Aufbereitung auch der Raps lagerfähig gemacht und die Ölqualität dauerhaft erhalten werden kann.
 
Julia Reinhardt, Redakteurin agrarmanager
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