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Ausgabe Mai_2015

Dossier: Qualitätsprotein auch von heimischen Feldern

von , am
02.05.2015

Hochwertige Eiweißkomponenten für Nutztiere wachsen auch auf unseren heimischen Äckern. Raps und Körnerleguminosen sind mittlerweile fast universell einsetzbar. Dennoch gibt es Tierarten und Nutzungsrichtungen, bei denen vor allem Rapsextraktionsschrot an seine Grenzen stößt.

Die Zeiten, in denen Nutztiere vor allem satt gefüttert wurden, gehören längst der Vergangenheit an. Heute gibt es für jede Art und jede Nutzungsrichtung sorgfältig ausgefeilte Rationsempfehlungen, und Fütterungsberater gehören zu den wichtigsten Partnern der viehhaltenden Landwirte.
 
Bedarfswerte, Verdaulichkeiten und Geschmackspräferenzen sind für Rind, Schwein und Geflügel inzwischen mindestens ebenso gut erforscht wie für den Menschen - und werden weit seltener für windige Diätempfehlungen missbraucht.

Zu den wichtigsten Bestandteilen jeder Ration gehört das Eiweiß. Es rüstet den tierischen Organismus mit den Grundstoffen für die Gewebe- und Sekretproduktion aus, sorgt also für Muskelwachstum und Milch. Anders als bei reinen Energieträgern kommt es beim Eiweiß also vor allem auch auf die Zusammensetzung und nicht in erster Linie nur auf Menge und physiologische Verfügbarkeit an. Aber auch Kriterien wie Preiswürdigkeit und Nachhaltigkeit spielen eine Rolle.
Kein Wunder also, dass heimische Eiweißträger wie Raps und Körnerleguminosen immer mehr in den Fokus der Futtermittelwirtschaft rücken.

In der Schweinefütterung
gibt es, zahlreichen Versuchen zufolge, ernährungsphysiologisch kaum noch Beschränkungen, das allgemein übliche Sojaextraktionsschrot durch Rapsextraktionsschrot zu ersetzen. Lediglich bei laktierenden Sauen und in den frühen Phasen der Schweinemast sollte mit anderen hochwertigen Proteinträgern der enorme Bedarf der Tiere ergänzt werden.

Ein bisschen kniffliger
sieht es bei der Eiweißzufuhr von Aufzuchtkälbern aus. In Sachsen-Anhalt zeigte ein Versuch zur Festfutterversorgung, dass die Jungrinder vom Rapsschrot in der Ration wenig begeistert waren. Körnerleguminosen wurden
dagegen gern gefressen. Bei ihnen limitiert bestenfalls die knappe Marktverfügbarkeit den Einsatz in einer Kälber-TMR.

Generell Vorsicht geboten ist bei pflanzlichen Eiweißträgern in Milchaustauschern. Vor allem in den ersten Lebenswochen ist der Verdauungstrakt von Tränkkälbern nur auf Milch, also tierisches Eiweiß, eingestellt. Schon der Ersatz von Magermilch- durch Molkepulver macht den Tieren kurz nach der Kolostrumphase zu schaffen. Greift der Kälberhalter sogar auf kostengünstige Milchaustauscher mit pflanzlicher Eiweißsubstitution zurück, riskiert er Wachstumsdepressionen, die Spuren bis zur ersten Laktation hinterlassen. Geld spart er damit am Ende auf keinen Fall.

Bei der Diskussion um heimische Proteinträger geht es natürlich immer auch um die Frage der Nachhaltigkeit. Und die wird besser, je mehr von der natürlichen Pflanzenmasse genutzt wird. Rapsextraktionsschrot ist also nicht nur ein hochwertiges und - dank moderner 00-Sorten - breit einsetzbares Futtermittel, sondern auch die sinnvolle Nutzung eines "Abproduktes" aus der Ölproduktion.

Zu all diesen Themen finden Sie mehr in unserem Dossier.


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Sabine Leopold, Redakteurin agrarmanager
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