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Ausgabe September_2015

Dossier: Sauberkeit ist mehr als Makulatur

von , am
26.08.2015

Saubere Ställe sorgen für gesündere Bestände, weniger Emissionen und mehr Wohl für Mensch und Tier. Auf Spaltenböden können Reinigungsroboter für mehr Sauberkeit sorgen. Aber auch leistungsfähige Hochdruckreiniger und eine optimale Einstreu gehören zum Rundum-Hygienepaket. 

Saubere Ställe - und in der Folge
saubere Tiere - sind ein Aushängeschild für jeden Viehhalter. Dass wir Reinlichkeit mit Gesundheit und Fürsorge assoziieren, kommt nicht von ungefähr. Mistverschmierte, nasse Lauf- und Liegeflächen sind Keimträger, sorgen für Schadgasemissionen und bereiten den Tieren Unbehagen beim Laufen oder Ruhen. Wer mag schon gern über rutschige Böden balancieren oder auf Ammoniak ausdünstenden Matratzen liegen?
 
Um Liegeboxen im Milchviehstall trocken zu halten, braucht es vor allem eine saugfähige, hygienisch einwandfreie und möglichst preiswerte Einstreu. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen einfach ein paar Hände voll Langstroh in Tiefboxen oder auf Gummimatten gestreut wurden. Stroh ist heute in vielen Regionen knapp und vor allem bei ungünstigen Wetterlagen oft deutlich mehr mit Keimen belastet als manch moderne Alternative. Selbst getrocknete Güllefeststoffe - von vielen eher argwöhnisch betrachtet - sind als Einstreu unbedenklich, solange sie aus dem eigenen Bestand stammen und korrekt gehandhabt werden. In manchen Untersuchungen haben sie die konventionelle
Strohstreu aus hygienischer Sicht sogar geschlagen. Aber auch ungewöhnlichere Materialien, von Papier über Torf bis zu Maisspindeln, eignen sich für ein gesundes und bequemes Kuhlager.

Damit frisch eingestreute Liegeflächen möglichst lange sauber bleiben, dürfen die Tiere nicht mit einer dicken Kotschicht an den Füßen "ins Bett" gehen. Auf planbefestigten Laufflächen verhindern Gülleschieber, dass sich Misthügel und Gülleseen bilden. Spaltenböden dagegen sollten quasi selbstreinigend sein: Was nicht von allein durch die Perforierungen fällt, wird über kurz oder lang von den Tieren durchgetreten. Abhängig von Tierbesatz, Fütterung und Klima funktioniert das allerdings nicht immer so reibungslos wie es sollte. Spaltenreinigungsroboter können hier Abhilfe schaffen. Die fleißigen Putzgeister im Rasenmäherformat eignen sich für fast alle Vollspaltenställe, allerdings passt nicht jedes Gerät in jeden Stall. Die sechs Hersteller, die am hiesigen Markt agieren, bieten deshalb unterschiedliche technische Lösungen an. Vergleichen lohnt sich.
 
Um planbefestigte Böden, Wände, Stalleinrichtungen und technische Ausrüstungen zu säubern, kommt man um professionelle Hochdruckreiniger nicht mehr herum. Stationäre Anlagen ersparen Zeit und Arbeit, mobile Geräte sind dafür fast überall einsetzbar. Und egal, wofür Sie den Druckstrahl gerade brauchen: Die Hersteller bieten für alles die passenden Leistungsklassen, Düsen, Aufsätze und bei Bedarf hocheffektive Reinigungszusätze an.
Auch vollautomatische Hochdruckreiniger gibt es inzwischen. Die verlangen zwar auch noch einen gewissen Anteil an manueller Nacharbeit und sind in der Anschaffung nicht ganz billig, angesichts der Mindestlohnregelungen könnten sich diese Roboter aber für manchen großen Betrieb dennoch lohnen.
 
 
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