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Ausgabe September_2014

Dossier: Technisches Hilfswerk

von , am
27.08.2014

Die moderne Tierproduktion stellt immer höhere Ansprüche an das Herdenmanagement. Zwar lassen sich schwere oder monotone Arbeitsgänge inzwischen automatisieren, an dem Fachwissen, der Berufserfahrung und dem geschulten Auge eines guten Tierbetreuers führt dennoch kein Weg vorbei. Trotzdem lässt sich das Herdenmanagement mit Hightech-Lösungen optimieren. Das Motto dabei: Unterstützen, nicht ersetzen.

An einem verantwortungsvollen  Herdenbetreuer mit Berufserfahrung, gutem Auge und Fingerspitzengefühl geht in der Nutztierhaltung nichts vorbei. Selbst in vollautomatisierten Ställen steht und fällt der  Erfolg mit dem "menschlichen Faktor". 
 
Nichtsdestotrotz bietet der Landtechnikmarkt heutzutage auch für den Tierproduktionsbereich zahlreiche Hightech-Lösungen, die - von anstrengender körperlicher Tätigkeit bis hin zur Tierkontrolle - viele Arbeitsgänge erleichtern oder effektivieren können. Vor allem bei der Melktechnik geht die Entwicklung dabei mit riesigen Schritten voran. Das gilt nicht nur für die inzwischen weit verbreiteten Roboter, sondern auch für die  konventionelle Milchgewinnung. Passgenau für jedes Unternehmen können Betriebsleiter aus einer nie gekannten Palette die optimale Lösung auswählen und auf die eigene Herde "maßschneidern" lassen. Welche Prioritäten dabei gelten, entscheidet der Kunde.
 
Platzsparend, geldsparend, zeitsparend, kraftsparend - moderne Stalltechnik ist in jeder Hinsicht etwas für Sparfüchse. Und nicht zuletzt: Sie verbessert neben den Arbeitsbedingungen für den Menschen das Wohlbefinden der Tiere. Um Gesundheit, Wellness und den physiologischen Status von Milchkühen geht es auch bei modernen Tiererkennungs- und Datenerfassungssystemen. Hals- und Fußbänder übermitteln längst nicht mehr nur die Identität des Tieres. Gekoppelt mit Schrittzählern oder Wiederkauerkennung zum Beispiel geben sie Hinweise, ob eine Kuh  gesundheitliche Probleme hat oder aktuell in der Brunst ist. Letzteres lässt sich auch durch eine Messung des Progesterongehaltes in der Milch feststellen; den Test gibt es - wie viele andere vormals aufwendige Laboruntersuchungen - mittlerweile auch als unkomplizierte "on-farm"-Version zur Anwendung direkt im eigenen Melkstand. Der Vorteil dieser Methode: Sie liefert weit weniger falsch negative oder falsch positive Ergebnisse als Aktivitäts- und Aufsprungdetektoren, da sie auf rein physiologischen  Faktoren beruht und nicht auf dem - stark umweltbeeinflussten - Tierverhalten. Damit ergänzt sie die unumgängliche Tierkontrolle durch einen erfahrenen Brunstbeobachter nahezu perfekt.

Aber nicht nur für den Kuhstall gibt es technische Unterstützung für den Herdenmanager. Gerade im Abferkelbereich von Sauenställen, wo schnelles Eingreifen über Gedeih oder Verderb eines schwachen Jungtieres entscheiden kann, eine Rund-um-die-Uhr-Ferkelwache aber oft an der dünnen Personaldecke scheitert, sind Überwachungskameras eine echte Hilfe. Sie ermöglichen eine Basiskontrolle aus der Ferne und erleichtern dem Landwirt die Entscheidung, wann er die Gummistiefel überstreift und vom Fernsehbild zur "Liveshow" wechselt.

All diese technischen Lösungen sind nützliche Helfer - jedoch kein Ersatz für  menschliche Erfahrung und fachliche Sorgfalt.
 
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Sabine Leopold, Redakteurin agrarmanager
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