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Ausgabe Februar_2015

Dossier: Transportfahrzeuge - Sicherheit und Akzeptanz

von , am
31.01.2015

So wie die Hersteller von Kinderspielzeug gesetzliche Vorgaben einhalten müssen, sind auch Halter und Fahrer von landwirtschaftlicher Transporttechnik für die regelmäßige Überprüfung der Traktoren und Anhänger zuständig.

Jörg Möbius, Redaktion agrarmanager
Landwirte erledigen neben der eigentlichen Produktion auf dem Acker und im Stall viele der dafür notwendigen Transporte selbst. Zwischen 400 und 500 Mio. Tonnen Güter werden jedes Jahr innerbetrieblich über durchschnittlich 4 km transportiert. Zum Vergleich: mit der Bahn werden jährlich rund 320 Mio. Tonnen über 230 km bewegt.

Als Transportfahrzeuge werden nach wie vor überwiegend Traktoren mit Anhängern eingesetzt. Aber der Anteil von Lkw-Transporten nimmt ständig zu. Zum einen werden vermehrt Speditionen mit Fahrten über längere Distanzen beauftragt. Zum anderen erreichen bundesweit vermehrt Betriebe eine Größe, dass sie selbst Lkw auslasten können. Dazu haben wir in unserem Lohnunternehmer-Spezial im Dezemberheft ausführlich Vor- und Nachteile beleuchtet. Ärgerlich, dass bundeseinheitlich noch immer keine rechtliche Klarheit zum Agrar-Lkw - auch Agro-Truck genannt - herrscht.

Egal ob Transporte mit Lkw oder Traktor, die Akzeptanz bei der Bevölkerung für moderne und schlagkräftige Technik hält sich in Grenzen. Der gemeinsame Aufruf von Bundesverband Lohnunternehmen, Maschinenringe sowie dem Deutschem Bauernverband vom Herbst 2014 sollte deshalb im Gedächtnis bleiben: angepasste Geschwindigkeit, Dorfkerne und Siedlungsgebiete meiden, Sonn- und Feiertage beachten sowie rechtzeitig informieren.

Apropos Geschwindigkeit: Zulassungsfreie Anhänger müssen mit einem 25-km/h Schild ausgerüstet sein. An vielen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen ist ein 20 km/h Schild zu sehen. Hier ermöglicht der Gesetzgeber bis zu diesen Geschwindigkeiten Vereinfachungen bei Zulassung und Versicherung. Diese stammen aus einer Zeit, als Traktoren selten schneller waren und die Arbeitsmaschinen 20 km/h kaum erreichten. Heute ist das anders. Kaum ein Traktor unter 40 km/h wird noch verkauft. Und bei den selbstfahrenden Arbeitsmaschinen werden oft schneller fahrende Varianten angeboten. Nicht nur einmal zeigte mein Tacho im Auto reichlich 40 km/h, obwohl ich hinter Technik fuhr, die ein 20er oder 25er Schild hatte. So ist nicht nur der Versicherungsschutz in Gefahr, die Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung wird auch aufs Spiel gesetzt.
 
Vielleicht könnten diese Kollegen mit neuen oder modernisierten 40 km/h-Anhängern mehr transportieren und so Fahrten einsparen. Eine Idee von Ford könnten die Traktorenhersteller aufgreifen: Der Autohersteller bietet an, den Zweitschlüssel so zu programmieren, dass Grenzen für Geschwindigkeit und Musiklautstärke gesetzt werden. Eine praktische Sache, die in dem Fall klar die Jugend im Blick hat.

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Jörg Möbius, Redakteur agrarmanager
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