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Ausgabe Juli_2015

Editorial: Ein internes Frühwarnsystem ist die beste Krisenprävention

von , am
30.06.2015

Welche Chancen bietet die umfassende Digitalisierung dem Landwirtschaftsbetrieb? Welche Daten werden bisher ungenutzt abgelegt? Und nutzen Sie bereits alle Informationen für Vermarktung und Planung?

Liebe Leser,

die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in Sachen Digitalisierung entwickelt. Der Vergleich mit anderen mittelständischen Branchen zeigt, dass Agrarunternehmen beim Einsatz digitaler Technologien weit vorn liegen. In drei von vier Betrieben spielen sie eine wichtige Rolle. Für 70 % der im Rahmen einer Studie der DZ Bank befragten Landwirte ist die Digitalisierung fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Immer größere Betriebe lassen sich nicht mehr mit "Zettel und Stift" managen. Die Automatisierung - vom Melkroboter bis zur Satellitennavigation - senkt Kosten, erhöht die Effizienz und ist eine Reaktion auf wachsenden Margendruck.

Die Kehrseite der Medaille: Agrarmanager sind heute einer regelrechten Datenflut ausgeliefert, die ohne intelligente Vernetzung wenig nutzt. Software fürs
Herdenmanagement und elektronische Ackerschlagkarteien sind längst Standard. Was häufig fehlt, ist eine Anbindung ans Finanzcontrolling. Statt systemübergreifender Vernetzung dominieren Insellösungen. EDV-Programme unterschiedlicher Anbieter führen zu hohen Redundanzen und erschweren den Aufbau eines finanzwirtschaftlichen Frühwarnsystems. Dabei sind eine Liquiditätsvorschau und regelmäßige Plan-Ist-Vergleiche angesichts volatiler Marktpreise, häufiger Witterungsextreme und steigender Haftungsrisiken unverzichtbare Managementinstrumente.

Ein internes Frühwarnsystem ist auch die beste Krisenprävention. Das zeigt sich
aktuell in der Milcherzeugung, wo der zuletzt drastische Preisverfall schnelle Anpassungsmaßnahmen auf der Kostenseite erfordert, um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Doch obwohl es oft um viel Geld geht, werden viele unternehmerische Entscheidungen weiter intuitiv getroffen, statt sie auf harte Zahlen und Fakten zu stützen. Das gilt auch bei der Vermarktung. Das will das Beraterteam der Hanse Agro ändern und hat einen "Entscheidungsbaum der Vermarktung" entwickelt, den wir Ihnen im aktuellen agrarmanager vorstellen. Klare Regeln statt "Bauchgefühl" sollen das Vermarktungsergebnis im Marktfruchtbau verbessern. Schließlich wird das Geld heute nicht auf dem Acker, sondern bei der Vermarktung verdient!
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