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Ausgabe Februar_2015

Editorial: Rechtzeitig reagieren und aus dem Teufelskreis bewusst ausbrechen

von , am
31.01.2015

Zeitdruck kann zu hohen Leistungen führen. Doch nicht immer wirkt sich Zeitdruck positiv aus und teilweise kann er sogar zu gesundheitlichen Problemen führen. Wie erkennt man den Unterschied und wie lässt sich ungesunder Stress vermeiden?

Dr. Barbara Hentschel, Redaktion agrarmanager
Liebe Leser,

kennen Sie jemanden, der noch nicht über Stress gestöhnt hat? Ich nicht. Nerve ich doch selbst mitunter meine Familie oder meine Kollegen damit. Es gibt eben Zeiten, in denen man besonders gefordert ist. Und damit meine ich nicht nur das Berufsleben. Stress gehört zu unserem Alltag. Man steht irgendwie unter Strom, wenn man besondere Herausforderungen meistern muss oder möchte. Eigentlich nicht schlimm. Denn Stress ist nicht per se etwas Negatives. Im Gegenteil, positiver Stress - also solcher, der motiviert, der Spaß macht, der Erfüllung bringt - kann enorme Kräfte freisetzen.

Doch Stress kann sich auch schnell in eine Gefahr für unsere Gesundheit wandeln  nämlich dann, wenn er in unserem Alltag zur Dauererscheinung wird, wenn man ständig unter Druck steht, ständig gefordert ist, Probleme zu lösen. Wenn man sich überwiegend mit unangenehmen Dingen auseinandersetzen muss, die Zeit nicht mehr ausreicht, um seine Aufgaben zu erfüllen, oder diese Aufgaben einen regelmäßig überfordern. Das kann (muss aber nicht) krank machen - je nachdem, wie der einzelne Mensch mit Dauerstress umzugehen versteht. Sehr Ehrgeizige und Perfektionisten beispielsweise sind eher betroffen als gelassene, in sich ruhende Menschen, die auch mal einen Fehler zulassen und ihn nicht als persönlichen Makel ansehen.

Landwirte gehören zwar nicht zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen, trotzdem hört man auch hier immer häufiger von stressbedingten psychischen Erkrankungen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte man auf die Anzeichen achten, die sagen: Achtung, es ist Zeit, etwas zu ändern. Das betrifft übrigens nicht nur die Betriebsleiter. Auch und stark gefährdet sind Landfrauen, die nicht nur den Betrieb, sondern auch die Familie managen. Wir haben Ihnen in unserem Titelthema einige Informationen zusammengetragen, die helfen können, solchen Krankheiten vorzubeugen beziehungsweise frühzeitig und bewusst aus dem Teufelskreis auszubrechen - beispielsweise durch ein vernünftiges Zeitmanagement.
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