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Ausgabe Mai 2014

Editorial: Risikoabsicherung gehört auch bei Tierseuchen zum unternehmerischen Handeln

von , am
01.05.2014

Tierseuchen gehören seit Jahrtausenden zu den Gefahren für Landwirtschaft und Ernährung. In jüngster Zeit bedrohen allerdings zunehmend auch Krankheiten aus eher tropischen Gefilden unsere Bestände. Als Tierhalter muss man seine eigene Herde so gut wie möglich abschirmen, aber auch das ist keine Garantie für einen hundertprozentigen Seuchenschutz. Deshalb sind Ertragsausfallversicherungen ein wichtiges Risikomanagement-Instrument für Nutztierhalter.

Liebe Leser,
 
die beste Krankheit ist nichts wert, sagt ein Sprichwort. Trotzdem richten nicht alle Krankheiten gleich viel Schaden an. Es ist ein Unterschied, ob ein Milchviehhalter gegen einzelne Mortellaro-Fälle in seiner Herde kämpft oder ob ihn ein Maul- und Klauenseuchenausbruch den ganzen Bestand kostet. Tierseuchen verursachen allein in Deutschland in jedem Jahr Millionenschäden.  
 
Das Gefährliche an diesen Krankheiten sind ihre rasante Verbreitung und ihre verheerenden Folgen für betroffene Bestände. Denn selbst, wenn der jeweilige Erreger nicht tödlich ist: In unserer dichtbesiedelten, handels- und verkehrsaktiven Welt lässt sich das Weitertragen hochinfektiöser Seuchen nur durch eine rasche Keulung infizierter Bestände und ein absolutes Tier- und Produktverbringungsverbot aus Sicherheitszonen unterbinden. Letzteres bedeutet, dass einem Tierhalter allein schon dann ruinöse Verluste drohen, wenn nur in seiner Nachbarschaft ein Seuchenverdacht besteht.
 
Das wirkungsvollste Instrument gegen Tierseuchen ist deren Abwehr durch rigorose Schutzmaßnahmen. Das neue Tiergesundheitsgesetz, das am 1. Mai in Kraft tritt, trägt dem Rechnung. Es baut - bei Beibehaltung aller bewährten Bekämpfungsstrategien - verstärkt auf Vorbeugung. Tierhalter und Behörden sind verpflichtet, die Vorgaben umzusetzen. Doch das allein reicht im Einzelfall nicht aus.
Schutzvorkehrungen - von Impfprogammen über Hygienemaßnahmen bis zur bautechnischen Abriegelung - müssen betriebsindividuell geplant und gestaltet werden. Nur so bieten sie optimalen Schutz. Absolute Sicherheit geben aber auch sie nicht.

Selbst bei größter Vorsicht, Sorgfalt und Disziplin lässt sich die Verbreitung von Tierseuchen bestenfalls bremsen. Die Seuchenzüge der Vergangenheit haben das gezeigt. Zwar konnten manche Krankheiten in Deutschland im Laufe der Zeit getilgt werden, doch auch sie lauern nur wenige Auto- oder Flugstunden entfernt auf eine neue Chance. Es ist also ratsam, sich für den Fall der Fälle zu rüsten - auch finanziell. Zwar trägt die Tierseuchenkasse den sogenannten gemeinen Wert verlorener Tiere, Ertragsausfälle infolge Sperrung oder Bestandsneuaufbau ersetzt sie nicht. Aber auch gegen diese Folgekosten kann man sich absichern, wie und wo lesen Sie in unserem Titelthema ab Seite 10. Risikoabsicherung gehört schließlich auch bei Tierseuchen zum unternehmerischen Handeln.
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