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Ausgabe Juli 2014

Europäisch kassieren, national investieren

von , am
24.06.2014

Die Molkereien FrieslandCampina und Arla investieren vor allem in ihrer Heimat in neue, zukunftsweisende Kapazitäten. Ihre deutschen Töchter gehen bei dem Investitionsboom weitgehend leer aus - ein Grund zur Sorge für die Milcherzeuger hierzulande.

Rund 36 Mio. Euro will Arla Foods allein in ein neues Innovationszentrum im dänischen Aarhus stecken. © Werkfoto
Die Molkereigenossenschaften FrieslandCampina und Arla bereiten sich mit hohen Investitionen auf den Wegfall der EU­-Milch­-Quoten vor. Die exportorientierten Konzerne haben ihre Investitionen seit 2009 um jeweils über 130% auf mehr als 500 Mio. Euro im ver­gangenen Jahr gesteigert.
 
Doch der überwiegende Teil der für Er­weiterung und Modernisierung bestimm­ten Mittel fließt in ihre Heimatländer, die Niederlande und Dänemark. Nur ein kleiner Teil der Summe kommt ihren Werken in Deutschland zugute.

Die deutsche Tochter Fries­landCampina Germany GmbH soll durch Einsparungen eine Ergebniswende schaffen. Dazu wird an den drei größten Standorten Köln, Gütersloh und Heilbronn seit vorigem Jahr ein mit insgesamt mehr als 50 Mio. Euro ausgestattetes Investitions­- und Optimie­rungsprogramm zur Effizienz­ und Qualitätssteigerung durchgeführt. Von rund 1.500 Arbeitsplätzen fielen 230 weg.

Trotz der zurückhaltenden Investitionen der beiden großen ausländischen Molke­reien in Deutschland müssen wachstums­willige Erzeuger, die FrieslandCampina oder Arla angehören, kurzfristig nicht mit kapa­zitätsbedingten Absatzschwierigkeiten für ihre Milch rechnen. Besonders Arla verfügt nach dem Ausbau von Pronsfeld über freie Kapazitäten.

Auch wegen der sinkenden Inlandsnach­frage ist es für die deutschen Erzeuger der beiden internationalen Genossenschaften wichtig, künftig darauf zu pochen, dass in die Standorte in Deutschland mehr export­orientierte Investitionen fließen.

 
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