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Ausgabe Juli_2014

Gemeinsam stark durch betriebliche Kooperation

von , am
25.06.2014

In Zeiten immer knapperer Ressourcen und immer rigiderer Auflagen kann eine Spezialisierung Wachstum möglich machen, wo sonst nichts mehr geht. Und betriebliche Kooperationen helfen dann, in der Gemeinschaft Kräfte zu bündeln und die Stärken jedes Part­ners auszuspielen.

Kooperationen bündeln Stärken. © zest_marina - Fotolia
Den Spruch "Wenn Du drei Bau­ern unter einen Hut bekommen willst, musst Du zwei erschla­gen" hört man zwar hin und wie­der noch, aber Strukturwandel und Globalisierung der Märkte zwingen auch die Landwirte mehr und mehr zur Kooperation mit Kollegen oder anderen Partnern.
 
Die freiwil­lige, überbetriebliche Zusammenarbeit auf klar definierten Feldern zwischen gleich­ berechtigten Partnern zu deren gemeinsa­men Nutzen ist Sinn der Kooperation. Wichtig ist, sich vor dem Start über die wirtschaftlichen und sozialen Ziele zu verständigen.
 
In einer Koopera­tion - egal, ob zwischen zwei oder mehreren Partnern - muss auch die Chemie stimmen. Dabei reicht es nicht aus, sich gut leiden zu können. Viel wichtiger ist, dass die Partner zusammenpassen, ihre unterschiedlichen Rollen, die sie zwangsläufig in einer Koope­ration übernehmen, akzeptieren und sich ge­genseitig respektieren. 

Egal, welche Art von Kooperation man eingehen möchte, vorab sollten auch die rechtlichen Aspekte geklärt sein - bis hin zu einem möglichen Ausstiegsszenario. Dazu zählen vorallem die Fragen: Welche Rechts­form soll unsere Kooperation haben und was steht im Kooperationsvertrag?

Bei Kooperationen gilt es zwar einiges zu beachten. Trotzdem lohnt es zu prüfen, ob sich im eigenen Umfeld eine solche anbietet. Denn schon die Indianer hatten erkannt: "Wenn man weit kommen will, muss man zusammen gehen?"
 
 
Was genau wirtschaftliche und soziale Ziele sein können und Kennzeichen der, für die Landwirtschaft wohl am interessantesten, Rechtsformen GbR und GmbH, lesen Sie im aktuellen Heft des agrarmanager. Und wenn Sie noch kein Leser sind: Zum Probe-Abo kommen Sie hier.
 

Überregionaler Kreislauf

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In Niedersachsen arbeiten Putenhalter und Ackerbauern Hand in Hand, um ihre Nährstoffbilanzen durch gepoolte Dunglieferungen überregional auszugleichen. Davon profitieren alle Beteiligten und die Umwelt wird geschont.
 
Die Gruppe trifft sich einmal jährlich ab­wechselnd in einer der beiden Regionen. Dabei steht die Planung im Vordergrund. Es bleibt aber immer genug Zeit zum Beispiel für eine Besichtigung auf einem teilnehmenden Be­trieb. Bei den Jahrestreffen wird der voraussichtliche wöchentliche Dunganfall für ein Pachtjahr im Voraus festgestellt.
 
Der Putenmist durchläuft zunächst eine Biogasanlage. Das hat viele Vorteile: Der Putenmist kann an der Anlage witterungsunabhängig und zu fast jeder Tageszeit abgeladen werden. Das erleichtert den Fahrern ihre Arbeit. Die Lkw werden direkt vor Ort auf der betriebseige­nen geeichten Anlage gewogen. Das vereinfacht die Abrechnung. Der Putenmist liefert Energie und Spurenelemente für die Biogasanlage und sichert den Güllebonus. Nach der Vergärung ist das Substrat nach wie vor reich an Nährstoffen und ein guter Humuslieferant, aber geruchsneutral.
 
 

Mehr zum Thema mit den genauen Zahlen für den Stickstoffanfall in Niedersachsen aus Wirtschaftsdünger lesen Sie in Heft 07/2014
 
 
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Vom passenden Vertrag profitieren beide Seiten

Viele Milcherzeuger möchten ihre Produktion erweitern, doch fehlen Fläche oder Personal. Andere würden gern ganz auf ihre Milchkühe verzichten und suchen Alternativen für Grünland und Gebäude. Eine ausgelagerte Jungrinderaufzucht kann für beide Seiten die Lösung sein.

Aus ertrags­- und umsatzsteuerlicher Sicht sind verschiedene Regelungen vertraglich einfach notwendig, um falsche Entscheidun­gen zu vermeiden. Zu allererst ist die Frage nach dem Eigentumsverhältnis bezüglich der Jungrinder zu klären.

Welches System der Kooperation zwischen Milchviehhalter und Aufzüchter favorisiert wird, hängt von den jeweiligen Bedingungen beider Partner ab, hat aber auf jeden Fall deutlichen Einfluss auf die Aufzuchtkosten. Je nach Haltungs­- und Fütterungsverfahren in den einzelnen Haltungsabschnitten er­geben sich nach diesen Ansätzen Aufzucht­kosten von 1.225 bis 2.073 € je tragende Färse.
  
Vorschläge für Vertragsinhalte lesen Sie im vollständigen Artikel zur Koopereation zwischen Milcherzeuger und Jungrinderaufzüchter in Heft 07/2014 des agrarmanagers.
 
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Gemeinsam erziehungsberechtigt

Die Milchhof und Landhof Alt Sührkow GmbH, hatte gerade in ein funkelnagelneues 28er­ Melkkarussell investiert, das mit den 350 Kühen des Unternehmens längst nicht ausgelastet war. Einer Bestandserweiterung aber stand die Lage des Unternehmens im Wege: Die GmbH wirtschaftet überwiegend mitten im europäischen Vogelschutzgebiet. Gleichzei­tig kämpften zwei Brüder mit Stalleinrichtungen und Melktechnik, die aus allen Nähten platzten. Ihre Holsteins wurden - wie überall - von Generation zu Generation größer und waren der verschlis­senen Ausrüstung längst entwachsen.
 
"Also eigentlich müssten wir eure Kühe mit melken und ihr müsstet unsere Jungrinder aufziehen." Das klang anfangs noch wie ein Scherz.
Wenn Sie wissen möchten, was aus der Idee zwischen Kaffee und Kuchen auf einer Geburtstagsfeier geworden ist, finden Sie die Antwort in der Betriebsreportage im aktuellen Heft des agrarmanager.



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