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Ausgabe März_2015

Gold wert - Wer treibt die Preise am Bodenmarkt?

von , am
23.02.2015

Bei Kauf und Pacht von Ackerflächen müssen heute viele Tausend Euro in die Waagschale geworfen werden. Als Preistreiber gelten außerlandwirtschaftliche Investoren oder die BVVG. Doch sind sie nur eine Seite der Medaille. Mittlerweile hat sich auch die Politik des Themas angenommen.

© Steffen Kauffmann
Die Bodenpreise sind zuletzt regelrecht explodiert. Nicht nur in Ballungsräumen und Veredelungshochburgen muss immer öfter der Gegenwert von einem Kilo Gold - aktuell über 35.000 Euro - in die Waagschale geworfen werden, will man einen Hektar Ackerland kaufen. Bei der Analyse der Ursachen für den rasanten Preisanstieg sind sich die Experten weitgehend einig. Höchst umstritten ist hingegen die Frage, ob - und wenn ja wie - die Politik stärker regulierend in den grundsätzlich funktionierenden Bodenmarkt eingreifen sollte. Fakt ist, dass viele Gründe für den Preisanstieg von der Politik hausgemacht sind: Das Baugesetzbuch mit der Neuregelung für privilegiertes Bauen - nur noch mit überwiegend eigener Futtergrundlage - treibt die Bodenpreise ebenso wie die Bioenergieförderung oder die geplante Novelle der Düngeverordnung, die mit der Einbeziehung von Gärresten in die Nährstoffobergrenzen vor allem in Veredelungshochburgen für weiter steigende Bodenpreise sorgen wird. Preistreibend wirkt auch das Steuerrecht. 
 
Welche Sonderrolle spielt die BVVG? Sie wollen wissen, inwiefern Landwirte selbst an der Preisschraube drehen? In der aktuellen Ausgabe des agrarmanager finden Sie nicht nur die Antworten, sondern auch weitere wichtige Informationen rund um das Thema Bodenmarkt.
 
 
 

Pachtpreise: Was ist angemessen?

Die Pacht- und Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen sind seit 2007 kräftig gestiegen, nachdem sie in den vorhergehenden 15 Jahren weitgehend stabil waren. Die Ursachen sind vielfältig. 
 
Das erreichte Bodenpreisniveau wird inzwischen von vielen Praktikern im Verhältnis zu den erzielbaren Grundrenten als zu hoch beurteilt. Einige Stimmen warnen schon vor dem Entstehen einer Spekulationsblase. Bei Grundrenten von 300 bis 600 Euro/ha könnten laut IAMO-Direktor Prof. Alfons Balmann bei Marktfruchtbetrieben in Ostdeutschland Kaufpreise bis zu 30.000 Euro/ha ökonomisch durchaus vertretbar sein. An diesem Punkt stellt sich die Frage, wie Grundrenten errechnet werden und wer dieses Niveau der Grundrenten überhaupt erreicht.
 
Wie sich die Grundrente errechnet, lesen Sie in der Märzausgabe des agrarmanager. Außerdem haben wir für Sie Durchschnittswerte für die Grundrente der BMEL-Testbetriebe berechnet, analysiert und nach Regionen differenziert.
 

Boden als Kreditsicherheit erhalten

Dem Boden kommt eine große Bedeutung als Kreditsicherheit zu. In den vergangenen Jahren haben sich die Besicherungsmöglichkeiten für die finanzierenden Banken durch die stark gestiegenen Bodenpreise deutlich verbessert. Für die Landwirte als Eigentümer des Grund und Bodens bedeuten sie einen Vermögenszuwachs, der ihnen den Zugang zu günstigen Krediten erleichtert.

Die bessere Besicherung ermöglicht dabei nicht nur den Zugang zu Krediten ganz allgemein, sondern führt auch zu günstigeren Zinskonditionen für die Kreditnehmer. Aber auch bei der besten Kreditsicherheit gibt es aus Sicht der Finanzierer eine Unsicherheit: nämlich die, welchen Wert die Kreditsicherheit langfristig hat und ob sie im Notfall auch wirklich verwertet werden kann. Eine zu starke Regulierung des Bodenmarktes durch Eingriffe in das Grundstückverkehrsgesetz bedeutet hier eine Abwertung der Sicherheit.
 
Lesen Sie im aktuellen Heft des agrarmanager, welche Bedeutung mögliche Änderungen im Grundstückverkehrsgesetz für die Bedeutung des Bodens als Besicherungsinstrument haben.



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