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Ausgabe März 2014

Auch Holzasche düngt

von , am
06.03.2014

In den letzten Jahren sind in Deutschland als Folge des EEG zahlreiche Kraftwerke entstanden, die ausschließlich naturbelassene Hölzer wie Waldhackschnitzel oder Landschaftspflegematerial verbrennen. Die Aschen aus diesen Kraftwerken können als Dünger verwertet werden.

Aschemiete auf dem Platz des Recycling-Parks Harz GmbH © Stölzer
Bei der Verbrennung von Holz werden organische Verbindungen unter Wärmeabgabe zu CO2 und Wasser umgesetzt. Als Rest verbleiben die anderen in der Pflanzenmasse enthaltenen Stoffe, die in ihrer Gesamtheit als Asche
bezeichnet werden. Sie bestehen vorwiegend aus Metalloxiden und -karbonaten. Durch die Verbrennung des organischen Holzanteils erfolgt in der Asche eine Aufkonzentration von anorganischen Bestandteilen - sowohl von Pflanzennährstoffen als auch von unerwünschten Schwermetallen. 
 
Die Schwermetallgehalte sind von der Art des Brennstoffes abhängig. Während die Verbrennung von behandeltem Altholz aber auch von Baumrindenrinden zu hohen Schwermetallgehalten in der Asche führen kann, bleiben die Schadstoffgehalte beim Einsatz von gemischtem Landschaftspflegematerial oder von Waldhackschnitzeln in der Regel in dem von der Düngemittelverordnung vorgegebenen Rahmen. Da sich die Schadstoffe in der Feinfraktion der Asche anreichern, ist generell nur die Rostasche, nicht aber die Filterasche als Düngemittel geeignet.
 
 
Aschen aus Nawaro-Kraftwerken sollte man nicht als einen zu entsorgenden Abfall betrachten, sondern im Vordergrund sollte der Wert als Dünger stehen.  In Pflanzenaschen findet man neben Kalium und  Calcium auch Magnesium, Phosphat und verschiedene Spurennährstoffe. Aschen haben daneben eine nicht zu vernachlässigende Kalkwirkung.
Nawaro-Aschen enthalten 1 bis 2 % Phosphat. Durch den Verbrennungsprozess werden die im Holz gespeicherten Phosphate zum Teil in schwer wasserlösliche Kalziumphosphate überführt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass nach Aschedüngung im ersten Jahr nur 9 % des Phosphates aus der Asche verfügbar sind. Unabhängig von der unmittelbaren Wirkung auf die Kulturpflanzen füllt aber eine Aschedüngung in jedem Falle das längerfristig verfügbare Phosphorreservoir des Bodens auf.
 
Der Schwerpunkt des Düngerwertes der Nawaro-Aschen liegt im Bereich Kali, Magnesium und Kalzium sowie in den basisch wirksamen Bestandteilen. Ein großer Teil dieser Metalle liegt als Carbonat in der Asche vor. Kaliumkarbonat löst sich problemlos im Wasser und ist damit sofort pflanzenverfügbar. Magnesiumcarbonat und Calciumcarbonat sind im Porenwasser des Bodens schwerer löslich, sorgen aber bekanntlich für die Aufrechterhaltung eines neutralen Milieus.
 
Durch den Einsatz von Nawaro-Asche kann  man - ähnlich wie mit Kompost oder Wirtschaftsdünger - mineralischen Dünger ersetzen. Auf dem deutschen Markt ist es inzwischen üblich, für organische Dünger etwa den halben Preis des errechneten Mineraldüngeräquivalentes zu bezahlen. Ähnliches sollte man auch für die Asche annehmen. Somit wäre derzeit (Stand Anfang 2014) mit einem Preis von ca. 10,00 Euro für 1 Tonne Nawaro-Asche zu rechnen.
 
Den kompletten Beitrag finden Sie im Bereich Downloads auf der agrarmanager-Seite und im aktuellen Heft.  
 
 
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Dr. Steffen Stölzer für den agrarmanager
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