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Ausgabe Juli 2014

Kostengünstiger ans betriebliche Optimum

von , am
24.06.2014

In wenigen Monaten ist die Milchquote Geschichte. Jetzt gilt es, die Produktionstechnik zu optimieren und Reserven in der Vermarktung zu realisieren. Über die Möglichkeiten haben wir mit Prof. Dr. Holger Thiele vom ife-Institut in Kiel gesprochen.

Prof. Dr. Holger Thiele © DBV
Im Auftrag der AMi ermittelt Thiele einmal monatlich den auch regional aufgefächerten Milchwert Deutschland, der im Premiumbereich vom online-portal Marktkompass.com veröffentlicht wird. Der Milchwert entspricht der durchschnittlichen Gesamtverwertung der Milch.
 
Auf die Frage von unserem agrarmanager-Autor Dieter Jendrziak welche Anpassungsreaktionen Dr. Thiele von Milcherzeugern nach dem Quotenende erwartet antwortete dieser: "Grundsätzlich wird sich erst mal garnicht viel ändern, außer dass in den bisherigen Wachstumsregionen der Milch mehr Milch produziert wird und in anderen Regionen weniger Milch erzeugt wird. Der Rohstoff Milch wird weiter stark um­worben sein und die Molkereien werden alle Anstrengungen unternehmen, um sich die Ware zu sichern."
 
Als zukünftige Rechtsform bei den Molkereien sieht Thiele die genossen­schaftliche Unternehmensführung für das Mitglied ideal. Das Unternehmen gehört den Landwirten und sie können über den Auf­sichtsrat oder sonstige Gremien, die von Berufskollegen bekleidet werden, Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen, so Thiele.

Der Landwirt sollte die strategische Ausrichtung und den lang­fristigen Milchpreis seiner Molkerei genau beobachten. Je nach Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft gibt es durchaus verschie­dene Möglichkeiten für den Landwirt, seine Vermarktung zu optimieren. Neben der genossenschaftlichen Vermarktung oder der vertraglichen Bindung an eine private Molkerei gibt es auch die Möglichkeit, sich einer Erzeugergemeinschaft anzuschließen um aktiv in die Vermarktung an insbeson­dere nicht genossenschaftliche Molkereien einzusteigen.
 
Eine Milcherzeugergemeinschaft bietet auf den ersten Blick die höchste Flexibilität. Sollten nicht viel mehr Landwirte ihre Vermarktung selber in die Hand nehmen?
"Einige EZG?s, auch neue, ha­ben in der Vergangenheit gute Verhandlungs­ergebnisse erzielt. Allerdings ist das nicht immer zwingend so. Genossenschaftliche Molkereien gehören auch den Landwirten, sind quasi eine EZG mit höherer Veredlung. Diese werden allerdings einer auswärtigen EZG keine höheren Milchpreise als den eigenen Landwirten bezahlen. Daher passt die EZG besser zu den Privaten."
 
Weitere Informationen, beispielsweise welche Möglichkeiten die Warenterminbörse für Molkereien und Milcherzeuger bietet, erfahren Sie in der Juli-Ausgabe des agrarmanager.

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