Login
Kommentar

Landwirte und Imker gehören zusammen

von , am
22.10.2013

Es gibt durchaus Imker, die den Landwirt als 'Feind Nummer 1' für ihre Bienen bezeichnen. Zum Glück sind sie in der Minderheit, und es überwiegt in Imkerkreisen die Einsicht, dass nur ein partnerschaftliches Miteinander erfolgreich sein kann.

Dennoch darf man die Augen nicht vor einigen ernsten Problemen verschließen, die das Verhältnis zwischen Imkern und Landwirten belasten. Auch wenn die Varroamilbe - häufig vergesellschaftet mit Viren - in seriösen Untersuchungen eindeutig als Hauptursache für erhöhte Bienenvölkerverluste, speziell im Winter, identifiziert wurde, erscheint es doch andererseits plausibel, dass die Bienenvölker heute durch vielfältige ungünstige Umwelteinflüsse geschwächt sind.
 
Die Bienen finden nach der Rapsblüte in den nahezu unkrautfreien Beständen keine Nahrung mehr. Die Ausweitung des Maisanbaus, oft auf Kosten blütenreicher Brachflächen und Wiesen, verschärft das Problem. Imkerverbände fordern den Anbau von blühenden Alternativpflanzen zum Mais sowie von Zwischenfrüchten.
 
Auch Bienenschäden durch Pflanzenschutzmittel bleiben ein Thema: Das Bienenmonitoring identifizierte in 209 Bienenbrotproben insgesamt 90 verschiedene Wirkstoffe, nur in 10% der Proben war kein Wirkstoff nachweisbar. Inwieweit sich dies langfristig auf die Bienengesundheit auswirkt, muss noch untersucht werden. Imker erwarten, dass die Mittel vorschriftsgemäß ausgebracht werden, um Bienenschäden so weit wie möglich zu vermeiden. Hilfreich wäre, wenn Landwirte "ihre" Imker über Pflanzenschutzmaßnahmen informieren. Dies funktioniert auf lokaler Ebene teilweise schon sehr gut.
Auch interessant