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Ausgabe Juni_2014

Launische Märkte für Raps und Getreide

Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO geht für 2014/15 von einem Rekordhoch der weltweiten Getreideproduktion aus. Auch die globalen Lagerbestände sind höher, als im vorherigen Jahr. © Hahn/agrarmanager
von , am
29.05.2014

Vieles spricht für eine gute Ernte in diesem Jahr, was schon vor dem Drusch auf die Preise drückt. Jetzt sind bei den Ackerbauern gute Nerven bei der Vermarktung gefragt. Die richtige Ver­kaufsstrategie hilft, auch in launischen Märkten auf Kurs zu bleiben.

Finanzanalysten scheitern regel­mäßig an Vorhersagen für die Agrarmärkte. Für viele Marktex­perten sind die Märkte für Getreide und Ölsaaten inzwischen ein "prognosefreier Raum". Zu groß und unkalkulierbar sei die Zahl der Einflussfaktoren, heißt es bei den Auguren. Zuletzt zeigten sich die Märkte be­sonders launisch. Während der Weizen zwischenzeitlich kaum für möglich gehaltene Höhen erklommen hat, ging es beim Raps im Sog der Sojanotierungen bergab.
 
Um Ihre Vermarktung auf Kurs zu halten gibt es Leitplanken. Mit ein paar einfachen Regeln sind Sie in der Lage, Zufall durch Planung zu ersetzen.
 
Zuerst sollten Sie Ihre Stückkosten berechnen. An der europäischen Leitbörse Matif werden jeden Tag die Preise für Weizen, Raps oder Mais gemacht und nach Ableitung mit den eigenen Produktionskosten verglichen.
 
Im zweiten Schritt ist es erforderlich, sich über die eigene Risikobereitschaft Gedanken zu machen, um anschließend eine geeignete Vermarktungsstrategie festlegen zu können. Um die gestufte Vermarktung umzusetzen, ist es erforderlich, einen individuellen Zielpreis festzulegen und die Exitstrategie zu definieren.
 
Was genau sich hinter den einzelnen Schritten für eine bestmögliche Vermarktung verbirgt und was ausschlaggebend für die Entscheidung "Kassa- oder Terminmarkt" ist, lesen Sie im aktuellen Heft des agrarmanager.
 
 
Uwe Steffin, Redaktion agrarmanager

Wie viel bringt die neue Ernte?

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Vor dem Hintergrund der derzei­tigen Markterwartungen haben sich bereits Preisvorstellungen für die neue Ernte herausgebil­det. Daran haben nicht zuletzt die europäischen und internationalen Terminmärkte einen großen Anteil. Trotzdem können sich die Preise bis zur Ernte natürlich noch deut­lich verändern - vor allem durch Witterungseinflüsse, aber auch durch politische Entwicklungen wie in der Ukraine. Des­halb haben alle Prognosen natürlich einen vorläufigen Charakter und zeigen lediglich einen Zwischenstand an.

Entscheidend für die hiesigen Weizenpreise wird der Export sein. Neuer Weizen ist bereits teurer als die alte Ernte. Die erwartete globale Gerstenproduktion deckt nicht den Verbrauch. In Deutschland wird die neue Gerstenernte ähnlich groß wie im letzten Jahr (10,3 Mio. t). Bei Mais wird eine globale Rekordernte erwartet, die den Markt gut versorgt.
 
Mehr zum Thema mit den genauen Prognosezahlen und Hintergründen lesen Sie in Heft 06/2014

Olaf Zinke, Redaktionsleiter marktkompass für den agrarmanager
 
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Sicherheitsnetz für den Erzeugerpreis

Bei vielen Ackerbauern ist die Eu­phorie in Sachen Weizenpreis zuletzt verflogen. Mitte Mai ist der für die Vermarktung der 2014er Ernte maßgebliche Novemberkontrakt sogar unter die psychologisch wichtige 200­ Euro­ Marke gerutscht - Tendenz weiter fallend.
 
In Phasen mit "mittleren Preisen" wird unter Landwirten der Ruf nach Mindestpreismodellen lauter. Günstiger und flexibler sind jedoch Optionen. Anders als bei Mindestpreismodellen gibt es beim Optionshandel kein Mengen- oder Qualitätsrisiko.

Der Einstieg in den Optionshandel ist denk­bar einfach: Der Landwirt nimmt - z.B. telefonisch - Kontakt mit einem Broker auf. Der begleitet den Landwirt bei allen Belangen rund um sein Terminbörsenengage­ment. Das Spektrum der Dienstleistungen reicht von der Kontoeröffnung über die Aus­wahl der geeigneten Optionen, dem Öffnen und Schließen der Positionen bis hin zu Er­läuterungen über dieTerminmärkte und die Funktionsweise von Optionen.
  
Den vollständigen Artikel zum Optionshandel lesen Sie in Heft 06/2014 des agrarmanagers. Haben wir ihr Interesse am Optionshandel geweckt? Erfahren sie online in einem dreiteiligen Webinar alles zum Thema "Vermarktung". Hier gibt es weitere Informationen:
 
https://agrarmanager.agrarheute.com/agrarmanager-webinar-zur-vermarktung
 
 
Uwe Steffin, Redaktion agrarmanager
 
 
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Klare Spielregeln bei den Erfassungskosten

Überhöhte Abzüge bei Getreideabrechnungen können in der Ernte für unliebsame Überraschungen sorgen. Landwirte sind daher gut beraten, die Konditionen vor Anlieferung zu vergleichen. Ungereinigte Rückstellmuster mit Warenbegleitschein­- und Kundennum­ mer versiegelt, bieten Sicherheit. Weiterhin spart bares Geld, wer an Erfasser liefert, die Lieferfeuchten von 15 bzw. 15,5 % toleriert.

 Je niedriger die Schwundfakoren und je höher die Endfeuchte vereinbart wer­den, desto niedriger sind die Gewichts­verluste durch Trocknungsschwund. Besatz, Strohreste und andere Verunreini­gungen drücken das Hektolitergewicht (hl).
 
Die Qualitätsparameter für Getreide, Ölsaaten und Leguminosen sind bei Verarbeitern und Handel überwiegend normiert. Die EU-Grenzwerte für Mykotoxine in Getreide liegen deutlich über den von Industrie und Handel tolerierten Werten. 
 
Wann lohnt sich die Einlagerung? Die Antwort und weitere Informationen zu den Spielregeln finden Sie im aktuellen Heft des agrarmanager. Außerdem haben wir eine ausführliche Fassung mit Tabellen im Downloadbereich auf www.agrarmanager.com für Sie bereitgestellt.
 
 
Volker Lindloff, Marktexperte für den agrarmanager
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