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Ausgabe August_2015

Milchmarktkrise: Sparen oder sparen lassen?

von , am
30.07.2015

Der sehr niedrige Milchpreis entlastet die Molkereien zunächst einmal von Rohstoffkosten. Das "Durchreichen" der schlechten Erlöse an die Erzeuger hat jedoch Grenzen. Sparen und Konsolidieren sind daher das Gebot der Stunde.

© Markus Mainka
Zum aktuellen Milchpreisniveau kann kaum ein Erzeuger rentabel melken. Im Juni betrug der Milchwert Deutschland, der alle wichtigen Verwertungen berücksichtigt, nur noch 25,7 Cent/kg Milch und lag damit um 31 % unter der Vorjahreslinie. Die Molkereien können die aktuelle Marktkrise grundsätzlich zwar entspannter beobachten als ihre Lieferanten. Der niedrige Einkaufspreis entlastet sie schließlich von hohen Rohstoffkosten. 

Wenn die Discounter den H-Milchpreis um zehn Cent je Liter senken, geben die Hersteller davon nach Einschätzung von Marktkennern zwischen acht und neun Cent an die Lieferanten weiter. Das Preisrisiko tragen also im Wesentlichen die Erzeuger. 
 
Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalens, "vollkommen darüber im Klaren, dass das aktuelle Auszahlungsniveau keine Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Milcherzeugung sein kann." Darum stehen die Molkereien zunehmend unter Handlungszwang, ihre Effizienz zu steigern oder mehr Produkte mit höherer Wertschöpfung an den Markt zu bringen. 

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) erhöhte auf dem Bauerntag in Erfurt den Druck. Er rief die Abnehmer auf, ihre Strukturen zu bereinigen, um gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel in eine bessere Verhandlungsposition zu kommen.
 
Der berufsständische Appell ist den Molkereien nicht neu. Was sie tun, um sich besser aufzustellen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 08/2015 des agrarmanager. 
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