Login
Editorial

Mitarbeitergewinnung wird zur zentralen Managementaufgabe

von , am
25.03.2013

Der Fachkräftemangel ist in der Landwirtschaft angekommen. Zwar werden immer mehr Routinearbeiten automatisiert, was Arbeitskosten spart. Dadurch steigt aber der Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern. Die zu finden und zu halten ist Aufgabe des Betriebsmanagements.

Dr. Uwe Steffin, Chefredakteur agrarheute
Dr. Uwe Steffin, Chefredakteur agrarheute © dlv
Liebe Leser,
der Fachkräftemangel ist in der Landwirtschaft angekommen. Zwar werden immer mehr Routinearbeiten automatisiert, was Arbeitskosten spart. Dadurch steigt aber der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern, die die immer komplexere Technik im Stall und auf dem Feld auch bedienen können. Fachleute sind auch in anderen Branchen begehrt und damit ein knapper Faktor. Gute Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu halten, wird damit zu einer zentralen Managementaufgabe. Gelingt dies nicht, steht langfristig die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel.

Der "Kampf um Talente" wird zum Glück nicht allein über das Gehalt entschieden. Beim Geld kann die Landwirtschaft ohnehin nicht mit benachbarten Industriebetrieben mithalten. Häufig sind der Führungsstil des Chefs, ein freundliches Wort am Feldrand, eine eingespielte Mannschaft, ein Mitspracherecht bei der Traktorausstattung oder Fortbildungsmöglichkeiten von höherem Wert für die Mitarbeiter. Einige Euro mehr in der Lohnabrechnung können das kaum ausgleichen.
Es gibt aber auch Wachstumsbetriebe, die bewusst einen anderen Weg gehen. Sie senken den eigenen Bedarf an Fachkräften durch konsequente Automatisierung. Wir haben für Sie einen Milchviehbetrieb in Schleswig-Holstein besucht, der mit nur 1,8 Arbeitskräften 175 Milchkühe samt Nachzucht managt. Melkroboter und automatische Fütterung geben den Betriebsinhabern viel Freiheit in der Arbeitseinteilung.

Was also ist besser: Kapital oder Personal? Viele wertvolle Entscheidungshilfen zu dieser Frage erhalten Sie in dieser Ausgabe des agrarmanager. Lesen Sie außerdem, welche staatlichen Töpfe für die Aus- und Weiterbildung angezapft werden können. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht von Meister-BAföG bis Weiterbildungsstipendium. Eines ist sicher: Die Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche. Top ausgebildete Fach- und Führungskräfte haben deshalb glänzende berufliche
Perspektiven.
 
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Auch interessant