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Ausgabe April_2015

Ratlose Rübenanbauer: Bezahlen oder aussteigen?

von , am
24.03.2015

Wer ab 2017 noch Zuckerrüben an die Nordzucker AG liefern möchte, muss seine Rübenmenge durch anteilgebundene Lieferansprüche abdecken. Das kann teuer werden. Die Aktionäre freut das. Aktive Anbauer werden hingegen zur Ader gelassen.

© Budimir Jevtic
Wenn die norddeutschen Rübenanbauer in diesen Tagen die Drillmaschine anhängen, können sie sich - wie alle Rübenerzeuger - bei der Aussaat zum vorletzten Mal an den Vorgaben der Zuckerquote orientieren. Die Empfehlung der Nordzucker AG für das laufende Jahr lautet: weniger ist mehr. Angesichts miserabler Zuckerpreise und überquellender Lager sollten die Erzeuger im Herbst 2015 in jedem Fall nur Quotenrüben anliefern. Sicherheitshalber wurden alle Vertragsstrafen für eine Unterlieferung ausgesetzt. Damit weiß jeder, woran er ist.
 
Zur Anbausaison 2017 wird das anders. Dann fallen Rübenmindestpreis und Zuckerquoten bekanntlich weg. Folglich war unter den Nordzucker-Lieferanten schon auf den diesjährigen Winterversammlungen eine gewisse Unruhe zu spüren. Alle beschäftigt die Frage: Wer liefert künftig die süßen Knollen und zu welchem Preis?
 
Das Modell, das sich jetzt bei Nordzucker als Ablösung für die noch geltenden Lieferrechte abzeichnet, kann die meisten Erzeuger nicht zufriedenstellen. Ursprünglich hatten Rübenanbauerverbände, Holdinggesellschaften und Nordzucker ein "integratives Modell" angestrebt. Jeder aktive Rübenanbauer sollte weiterhin möglichst mindestens im bisherigen Umfang Zuckerrüben andienen dürfen. Die Lieferansprüche der Gesellschafter sollten ebenso berücksichtigt werden. Zudem sollte Nordzucker eine gewisse Menge Rüben nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten frei vergeben können. Doch dieses Konzept ist am Widerstand der Aktionäre der Nordzucker Holding gescheitert.  

Viele norddeutsche Rübenanbauer werden jetzt rasch versuchen, ihre Lieferansprüche ihrem bisherigen Anbau anzupassen oder vielleicht aufzustocken. Dazu haben sie drei Möglichkeiten:

1. Aktien der Holding beziehungsweise Gesellschaftsanteile der Union-Zucker mit Lieferrecht kaufen oder
2. befristet leihen oder
3. Lieferansprüche ohne Aktie übernehmen.

Welche Nachteile bringen die Möglichkeiten mit sich? Und wie sieht die Zukunft der Knollenfrucht aus? Den ausführlichen Bericht mit den Antworten und Informationen zu Preisen und Kosten lesen Sie im April-Heft des agrarmanager. Und falls Sie noch kein Abonnent sind: Hier geht?s zum Probeabo.
 

 
 
 
 
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