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Ausgabe August_2014

Eine runde Sache?

von , am
04.08.2014

Die EEG-Reform wurde gegen alle Widerstände verab­schiedet und tritt am 1. August 2014 in Kraft. Auf den letzten Metern haben sich aber noch Änderungen eingeschlichen. Wir geben Ihnen einen Überblick.

EEG © © Mopic - Fotolia.com
Bestandsschutz: Anlagen, die bis 23. Januar 2014 eine Bundesimmissionsschutz­genehmigung erhalten haben und bis 31. Dezember 2014 in Betrieb genommen wer­den, werden nach dem EEG 2012 vergütet.

Biogas: Für Biogasanlagen wird der Zubau auf 100 MW pro Jahr begrenzt. Bei Altanlagen, die in der Vergangenheit erweitert wurden, wird die förder­fähige Strommenge auf 95 % der am 31. Juli 2014 bestehenden installierten Leistung festgelegt. Die Vergütung gilt nur für Strom, der nicht über die Anlagenbemessungsleistung hinausgeht. Der Überschuss wird zum Börsenpreis vermarktet.
 
Direktvermarktung: Für Neuanlagen bis zu einer Leistung von 500 kW gilt ab  1. August 2014 die verpflichtende Direktvermarktung. Ab 1. Januar 2016 gilt sie auch für Neuanlagen ab einer Leistung von 100 kW.
 
Ausschreibungen: Ab 2017 werden die EEG-Fördersätze über technologiespezifische Ausschreibungen ermittelt.  

Eigenstromverbrauch: Neuanlagen, die ab 1. August 2014 in Betrieb genommen werden und ihren Strom selbst verbrauchen, werden stufenweise mit der Umlage belastet. Für 2014 beträgt der Wert für 30 % der Umlage rund 1,9 ct/kWh. Kleine Anlagen bis zu einer Leistung von 10 kW und Bestandsanlagen, die bisher ihren Strom schon zum Eigenverbrauch verwendet habne, zahlen keine Umlage.
 
Kritik: Noch bevor das Gesetz verabschiedet werden konnte, gab es Diskussionen: die Eu-Kommission wertete die Umlage für ausländische Ökostrom­anbieter als zollgleiche Abgabe. Im Gesetz mussten  einige Anpassungen vorgenommen werden. Die Bundesregierung wird ausländischen Stromanbietern bis 2017 Zugriff auf einen kleinen Teil der Photovoltaik­förderung im Rahmen des Pilotprojektes gewähren.
 
Panne: Der Koalition sind im bereits verabschiedeten Gesetz etliche handwerkliche Fehler unterlaufen, die ungewollt zu Förderkürzungen für bestehende Biogasanlagen geführt hätten. Diese Fehler wurden mittlerweile korrigiert, indem der Änderungsantrag an ein anderes Gesetz angehängt wurde.
 
 
Den ausführlichen Bericht mit den genauen Zahlen rund um das EEG, sowie Informationen zu Solar- und Windenergie finden Sie im aktuellen Heft des agrarmanager.


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