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Fachbeiträge

Soja in Russland: Von Null auf 20.000 Hektar

von , am
25.02.2013

Sojaanbau in den russischen Schwarzerdegebieten - das klingt nach Spinnerei. Und tatsächlich wurde Alexander Titowski belächelt, als er 2007 die ersten 2.000 ha Soja aussähen ließ. Doch selbst bei suboptimalen Flächenerträgen lohnt sich der Anbau inzwischen.

Eigentlich ist das fruchtbare Zentrale Schwarzerdegebiet Russlands und hier speziell der Oblast (Gebiet)  Belgorod nicht gerade für den Anbau von Soja bekannt. Kein Wunder, dass der Generaldirektor der Getreidefirma „Krasnaja Jaruga“, Alexander Titowski, von vielen belächelt wurde, als er 2007 plötzlich 2.000 ha Soja aussäen ließ.

Inzwischen 20.000 ha Soja

Obwohl der Hektarertrag anfangs bei lediglich 9 dt Sojakörner lag - theoretisch wären bis zu 30 dt/ha möglich - wurden die Sojaflächen 2008 auf 5.500 ha ausgedehnt. In den darauffolgenden zwei Jahren erhöhte das Unternehmen seine Ackerfläche rasant auf 80.000 ha. Knapp ein Fünftel davon wurde bereits mit Soja bestellt.
 
Heute baut das Unternehmen auf  über 20.000 ha Soja an. Die schnelle Ausweitung des Sojaanbaus habe sich gelohnt, erklärt Alexander Titowski. Denn selbst wenn die Erträge nicht optimal waren, habe man mit Soja Geld verdient. Bei einem Kornertrag von 15 bis 20 dt/ha und einem Preis von 15.000 Rubel/t (das entspräche 2013 rund 370 €/t; d. Red.) würde man zwischen 22.500 und 30.000 Rubel/ha erlösen, rechnet der Generaldirektor vor. Da die Kosten zwischen 13.000 und 15.000 Rubel betragen, käme man auf einen Gewinn von 9.500 bis 15.000 Rubel/ha. Das ist ökonomisch interessant.
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Auch ackerbaulich wertvoll

Doch Soja ist für das Unternehmen auch aus anderen Gründen wertvoll. So ist der Absatz als Futtermittel in Russland derzeit in unbegrenzter Menge garantiert. Außerdem nutzen die Landwirte mithilfe des Sojaanbaus ihre Zuckerrübentechnik maximal aus, was eine schnellere Amortisation ermöglicht.
 
Und nicht zuletzt ist Soja eine wertvolle Vorfrucht für Winterweizen und Körnermais. Sie hinterlässt im Boden Stickstoff, der anschließend vom Winterweizen genutzt wird. So spart man Stickstoffdünger und Kosten in Höhe von 1.500 bis 2.000 Rubel/ha. Das A und O sind jedoch die richtigen Sorten. Gemeinsam mit Wissenschaftlern haben die Landwirte Sorten gezüchtet, die sich für den Anbau in ihrer Region eignen.
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Die Autorin des Beitrages Iren Saizewa ist Redakteurin der russischen Fachzeitschrift ?Neue Landwirtschaft?, die im Tochterverlag des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag in Moskau herausgegeben wird.

Den vollständigen Beitrag können Sie sich hier als pdf herunterladen.
 
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