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Fachbeiträge

Spielball der Politik

von , am
12.12.2012

Geht es nach Plänen der EU-Kommission, sollen Biokraftstoffe aus Raps mit einem Malus
belegt werden, weil durch den Anbau globale Landnutzungseffekte ausgelöst werden. Das
könnte den Raps aus der Fruchtfolge verdrängen.

Raps könnte ab 2017 deutlich an Wettbewerbsfähigkeit in der Fruchtfolge einbüßen, falls die von der EU-Kommission vorgeschlagenen iLUC-Faktoren künftig Berücksichtigung finden. Sollten Biokraftstoffe in Europa pauschal mit einem zusätzlichen Treibhausgas-Malus versehen werden, würde die Biodieselschiene beim Raps wegbrechen.
 
"Ich müsste zukünftig den Raps in der Fruchtfolge durch Mais oder Rüben ersetzen, die sich dann besser rechnen", erläuterte Heinrich Kemper beim Dialogforum der Ufop, das Anfang Dezember über 100 Teilnehmer aus Praxis, Züchtung und Wirtschaft nach Berlin lockte. Dagegen würde sich sofort wieder öffentlicher Widerstand gegen die weitere "Vermaisung" der Landschaft regen.
 
Die in der Politik geführte hochtrabende Diskussion um iLUC-Faktoren und Treibhausgasemissionen geht für das Ufop-Vorstandsmitglied völlig an der Sache vorbei. Der Praktiker machte folgende Rechnung auf: "Aus 45 dt Raps mit einem Ölgehalt von 40% kann ich 2.100 l Rapsöl von einem Hektar holen. Für die Bestellung brauche ich 70 l Sprit. Selbst nach Abzug von Rapsöläquivalenten für Pflanzenschutz und Dünger bleiben unterm Strich 1.600 l Rapsöl." Dazu kommen 3 t hochwertiges Proteinfutter als Beiprodukt der Rapsölerzeugung.
 
"Wir müssen endlich aufhören, fossile Energien zu verfeuern", so der Landwirt. Raps holt auch aus Bodenschichten unter 30 cm noch Nitrat. In der aktuellen Diskussion würden dem Raps nur die negativen Argumente um die Ohren geschlagen. "Es gibt offenbar keine gewollte Alternative zu den fossilen Brennstoffen."
 
Mehr zur politischen Debatte über die Rahmenbedingungen für den Anbau nachwachsender Rohstoffe innerhalb der Europäischen Union lesen Sie in der Januar-Ausgabe des agrarmanager.
 Uwe Steffin
 
 
Den vollständigen Beitrag können Sie sich hier als pdf herunterladen. Und falls wir Sie neugierig gemacht haben auf den agrarmanager: Hier geht's zum Probeabo.
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