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Ausgabe Januar_2015

Tierwohl - Streit um die Deutungshoheit

von , am
04.01.2015

Das Thema Tierwohl wird immer bedeutender und ist bereits zu einem zentralen Thema gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzung geworden.

© daseaford/Fotolia
Während die Discounter aktuell eine neue Preisschlacht mit Lebensmitteln vom Tier ausfechten, sind die Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft zum zentralen Gesellschaftsthema geworden. Eine Positionsbestimmung.
 
Der Tierschutz in der Landwirtschaft ist seit Jahren ein konfliktreiches Feld. Die Bedingungen, unter denen Nutztiere gehalten werden, sind zu einem zentralen Thema gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzung geworden. Beredter Beleg dafür ist, dass das Tierwohl mittlerweile selbst für Massenmedien wie "Spiegel" und "Zeit" ein titelfähiges Sujet geworden ist, mit dem am Kiosk Auflage gemacht wird.
 
Initiative Tierwohl läuft 
 
Mit Beginn des neuen Jahres 2015 führt der Lebensmitteleinzelhandel für jedes verkaufte Kilogramm Schweinefleisch 4 Cent in einen Fonds ab. Das Geld wird über eine Clearingstelle an jene Schweinehalter ausgezahlt, die sich freiwillig verpflichten, in den kommenden drei Jahren übergesetzliche Tierwohl-Auflagen zu erfüllen.

Ernüchterung im Kompetenzkreis

Angeführt von Aldi, schraubt der Lebensmitteleinzelhandel die Preise und damit die Wertschätzung der Verbraucher für Lebensmittel vom Tier in immer neue Tiefen. Die Erzeugerpreise für Fleisch und für Milch spiegeln die Entwicklung wider. Selbst der traditionell landwirtschaftskritische Deutsche Tierschutzbund warnt, wenn der Handel die Preisspirale weiter nach unten dreht, werden Landwirte - bei aller Bereitschaft - bald keinerlei Möglichkeit mehr haben, in Tierschutz zu investieren.


Was genau hat es mit der Initiative Tierwohl auf sich? Lohnt sich ein Stall-TÜV? Wie steht die Politik zum Thema? Die Antworten sowie den ausführlichen Artikel gibt es im Januar-agrarmanager. Und falls Sie noch kein Abonnent sind, können Sie hier ein Schnupper-Abo ordern.
 
 
 
 

"Mäster sind die Robbenjäger von heute"

Mehr Tierschutz fordern, aber Billigfleisch kaufen - ist der deutsche Verbraucher wirklich so scheinheilig? Nein, sagt die tiefenpsychologische Marktforschung und sieht erhebliche Veränderungen der Tierhaltung heraufziehen.

Das Rheingold Institut hat in Untersuchungen festgestellt, dass es drei wesentliche Aspekte gibt, die das Verbraucherverhalten derzeit tiefgreifend verändern.


Sie wollen wissen, um welche drei Aspekte es sich handelt? Unser Autor Norbert Lehmann bringt Licht ins Dunkel und fasst zusammen, welche Erwartungen Verbraucher haben.
 


Tierwohl ökonomisch tragbar umgesetzt

Vorrangige Ziele der Produktentwicklung im Bereich der Tierhaltung waren in den vergangenen Jahrzehnten die Leistungssteigerung der tierischen Veredlung und die Kostensenkung der Einsatzfaktoren innerhalb dieser Veredlung.
 
In den Fixkosten der Schweinemast steckt noch Potenzial zur Kostensenkung. Aber auch
gezielte Investitionen in mehr Tierwohl können sich rechnen. Das zeigt der Beitrag von
Stallbau-Profi Dr. Richard Hölscher. 


Lesen Sie im aktuellen Heft des agrarmanager, wie Fixkosten durch eine prozessoptimierte Stallplatzgestaltung eingespart werden können und eine monetäre Bewertung der Initiative Tierwohl.
 
 
 

Das Fanal

Der Ringelschwanz ist zum Fanal geworden. Hundertfach wird er auf Plakaten durch Demozüge getragen. Er schmückt Briefköpfe von Tierschutzorganisationen und Pappmaché-Schweine bei Protestveranstaltungen. Wohl kein anderes körperliches Attribut ist für Medien und Öffentlichkeit enger mit dem Tierwohl verknüpft als ein unkupierter Schweineschwanz.
 
Kupieren findet kaum noch Akzeptanz

Das Kupieren der Ferkelschwänze in den ersten Lebenstagen bezweckt nur eins: Es soll Schwanzbeißerei unterbinden. Und tatsächlich wirkt die Maßnahme zuverlässig. Warum also nicht einfach weiterhin kupieren? Medien und Verbraucher stellen zunehmend die Tiergerechtheit der gegenwärtigen Haltungsbedingungen infrage, wenn es nötig ist, die Tiere körperlich zu verändern, damit sie während Aufzucht und Mast keinen Schaden nehmen. Diese Zweifel sind berechtigt. Es bedarf aber einiger Hintergrundinformationen, um Ursache, Wirkung und indirekte Folgen richtig beurteilen zu können.
 
 
Die Hintergrundinformationen und weitere Informationen, wie beispielsweise die Länderagrarminister sich äußern, lesen Sie im aktuellen Heft des agrarmanager.


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