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Ausgabe Juni 2014

Tödliche Bedrohung hinterm großen Teich

von , am
28.05.2014

Mit der hochansteckenden PED-Variante, die seit gut einem Jahr in Nordamerika grassiert, droht europäischen Schweinehaltern nun auch eine verlustreiche Epidemie aus westlicher Richtung. Trotz großer Anstrengungen gibt es noch keine Entwarnung.

Neugeborene Ferkel haben ein schwaches Immunsystem und wenig Energiereserven. Das macht sie anfällig für Erreger wie das PED-Virus, das in den USA in den vergangenen 14 Monaten rund sechs Millionen jungen Schweinen zum Verhängnis wurde. © Artem Merzlenko - Fotolia.com
Vor gut einem Jahr noch erklärten die US­-Behörden optimistisch, das Problem sei lokal begrenzt und bestimmt zügig in den Griff zu bekommen. Anfang Mai 2013 verzeichneten nur drei Bundesstaaten (Iowa, Indiana und Oklahoma) Infektionen mit dem hoch­infektiösen Virus, der PED (porcine epidemic diarrhoea, seuchenhafter Schweine­durchfall) auslöst.
 
Inzwischen gelten 25 US­-Bundesstaaten als betroffen, auch in den Nachbarländern Mexiko und Kanada wurde die Krankheit bestätigt und ein zweiter - allerdings bis­lang weniger virulenter - Stamm ist ent­standen. PED ist eine akute Erkrankung des Verdau­ungssystems bei Schweinen und wird von einem Coronavirus verursacht. Die Symptome von PED sind vor allem schwerer Durchfall und Erbrechen und nach­folgend eine rasche Dehydration des Or­ganismus. Betroffen sind fast ausschließ­lich Jungtiere in den ersten Lebenswochen.
 
Noch fehlt die endgültige Erkenntnis, auf welchen Wegen sich das Virus so rasant verbreiten konnte. Bislang herrschte die Meinung vor, dass PED­-Erreger nur durch direkten Tier­- oder Kotkontakt übertragbar sind. Der Infektionszug in den USA lässt sich damit aber nicht hinreichend erklären.

Für hiesige Schweinehalter gilt vorerst dasselbe wie bei Schweinepest und Co.: penible Hygiene und strikte Zugangsbeschränkungen bieten den besten Schutz für den eigenen Be­stand.
 
Wie es mit einem Impfstoff steht und wie sich der Virus auf Produktion und Handel auswirkt, lesen Sie in Heft 06/2014.
 
 
Sabine Leopold, Redakteurin agrarmanager

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