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Ausgabe Juni_2015

Turbulent - Die Weizenpreise fahren Achterbahn

von , am
29.05.2015

Die Weizenpreise fahren Achterbahn. Zuletzt ging es mit den Notierungen steil nach unten. Wer als Ackerbauer noch keine Vorkontrakte gemacht hat, muss auf wieder steigende Weizenpreise in der weiten Jahreshälfte hoffen. Marktexperten machen diesbezüglich wenig Hoffnung.

Die Terminbörse von Chicago will in Europa einen eigenen Weizenkontrakt etablieren. Das kommt für die Pariser Matif zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
 
Noch im Juni will die Chicago Mercantile Exchange (CME) mit einem eigenen Weizenkontrakt in Europa an den Start gehen. Erster Liefermonat ist voraussichtlich September 2015. Startet der Kontrakt pünktlich, können Ackerbauern schon für die kommende Ernte Fest- und Mindestpreise über den neuen Weizenkontrakt absichern.
 
Dass die Amerikaner auf den Matif-Weizen zielen, zeigen die Kontraktspezifikationen des geplanten CME-Kontraktes. Mit einer Kontraktmenge von 50 t, mindestens 10,5 % Eiweiß, mehreren dezentralumden französischen Exporthafen Rouen verteilten Andienungsorten sowie der Notierung in Euro liegt man dicht an den Spezifikationen des Matif-Kontraktes, der sich seit dem Start 1996 sukzessive als Leitkontraktameuropäischen Weizenmarkt etabliert hat.

Der Zeitpunkt für den Angriff auf die Matif ist aus Sicht der CME günstig. Denn bei der Euronext scheint man nach den Turbulenzen vomletzten Herbst, als "über Nacht" die Kontraktspezifikationen verändertwurden, noch immer stark mit sich selbst beschäftigt. Im  Handel hat der Börsenbetreiber mit einem immer noch anhaltenden Vertrauensschwund zu kämpfen. Einem alternativen Weizenkontrakt von der CME stehen die deutschen Händler deshalb aufgeschlossen gegenüber.

Eines hat die CME mit ihrem neuen Weizen-Kontrakt erreicht: Nämlich der über Jahre erfolgsverwöhnten Euronext "Beine zu machen". Dort hatte man sich zu lange auf dem Erfolg des Weizenkontraktes ausgeruht. Der nach den Turbulenzen 2014 aus der Not geborene Weizenkontrakt "Nummer 3" geht von den Spezifikationen her in die richtige Richtung. Die Euronext wird damit ihrer Funktion als Dienstleister für die Wirtschaft gerecht. Schließlich sollten die Terminbörsen für die Wirtschaft da sein - und nicht umgekehrt.
 
 
Sie wollen wissen, was es mit dem neuen Weizenkontrakt "Nummer 3" auf sich hat? Die Antwort finden Sie in der aktuellen Ausgabe des agrarmanager. Lesen Sie außerdem, was die amerikanische CME zum Schritt nach Europa veranlasste.
 
 
 
 
 

Beim Raps hat Hansen nachgelegt

Der Ackerbauer aus dem Norden hat Anfang Mai 50 t Raps per Vorkontrakt verkauft. Für insgesamt drei Viertel seiner 2015er Ernte hat er damit einen, wenn auch bescheidenen, Gewinn gesichert. Das beruhigt die Nerven angesichts der turbulenten Märkte enorm.
 
Nachdem wichtige technische Unterstützungslinien gerissen sind, ist der neuerntige Septemberkontrakt bis auf 170 Euro/t nach unten durchgerutscht. Zum Redaktionsschluss Mitte Maizeichnete sich zum Glück eine Bodenbildung auf dem neuen Preisniveau ab.

In der ersten Maihälfte pendelte der Kassamarkt im Norden zwischen 157,50 und 160 Euro/t. Zum Redaktionsschluss Mitte Mai war weit und breit kein Börsenbulle in Sicht.

Aus charttechnischer Sicht spricht zwar einiges für eine Gegenbewegung nach oben, eine Garantie gibt es dafür aber leider nicht. Die mehrheitlich auf der Verkäuferseite stehenden Spekulanten müssen irgendwann ihre Positionen durch ein Gegengeschäft auflösen.

Beim Raps stellt sich die Lage zum Glück (noch) etwas anders dar als beim Weizen. Hatte die langfristig geltende Preisrelation von 2 zu 1 lange Zeit eine Unwucht zugunsten von Weizen, hat sich dies zuletzt ins genaue Gegenteil verkehrt.
 
 
Im aktuellen Heft des agrarmanager haben wir die Preisentwicklung beim Matif-Weizen und beim Matif-Raps anschaulich für Sie zusammengefasst und ausführlich erläutert.
 
 
 
 
 

Der Chartist - Noch keine Extremwerte beim Raps-Weizen-Spread ...

Der Blick auf den Weizenchart lässt zurzeit jeden Getreideproduzenten unruhig werden. Seit Anfang April befinden sich die Kurse in einem andauernden Abwärtstrend. Auch wenn wir dem Verkaufssignal unseres Trendfolgesystems nach Ehlers selbst zu wenig Aufmerksamkeit schenkten, so ist dies zurzeit noch immer gültig. Die Unterstützung bei 170 Euro/t im Septemberkontrakt ist in diesem Zusammenhang von enormer Bedeutung. Sollte diese nicht halten, dann sind die 165 Euro/t das nächste Etappenzielauf dem Weg nach unten.

Wir wollen uns in dieser Ausgabe der Beziehung zwischen Getreide und Ölsaaten widmen. In den USA wird dem so genannten Soybean-Corn-Spread große Beachtung geschenkt. Als Spread wird allgemein die Beziehung zwischen zwei Preisen bezeichnet. Also in diesem Fall zwischen Sojabohnen und Mais. Ausgedrückt werden kann diese Beziehung als Differenz oder als Verhältnis zwischen zwei Preisen.

Als europäisches Pendant dazu haben wir das Verhältnis zwischen Raps und Weizen dargestellt. In der zu Ende gehenden Vermarktungssaison 2014/15 lag das Verhältnis von Rapspreis zu Weizenpreis im Schnitt bei 1,85 : 1.
 
 
Lesen Sie im Heft 06/2015 des agrarmanager, welche Bedeutung der Raps-Weizen-Spread für die Vermarktungsentscheidung hat.
 
 
 
 
 

Große Mengen, kleine Preise

Die Getreidepreise sind vor der Ernte 2015 deutlich niedriger als vor einem Jahr. Das trifft für alle Getreidearten und mit Einschränkungen auch für Ölsaaten zu. Unser Marktanalyst Dr. Olaf Zinke fasst zusammen, was uns am Getreide- und Ölsaatenmarkt zur Ernte erwarten könnte.
 
Ursache für die niedrigen Getreidepreise sind die sehr großen globalen Ernten der letzten beiden Jahre. Vor allem für Weizen wird in Europa als auch am Weltmarkt eine sehr hohe neue Ernte 2015/16 prognostiziert.

Die Währungseffekte werden auch 2015/16 erheblichen Einfluss auf die Nachfrage an den Exportmärkten haben. Die Produktion von Gerste könnte zurückgehen, die Preise lagen zuletzt
deutlich unter Vorjahr. Am internationalen Ölsaatenmarkt drücken derzeit große Mengen aus der Ernte in Südamerika auf die Preise.
 
 
Im aktuellen agrarmanager beleuchten wir die Ernteprognose und Preise.









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