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Fachbeiträge

Verschärfte Gangart

von , am
16.04.2013

Das Klima ist rauer geworden: Der scheinbar schrankenlose Expansionsdrang der BayWa AG unter Vorstandschef Klaus Josef Lutz führt im Genossenschaftssektor zu Anspannung. Der Konzern legt ein Expansionstempo und eine Dominanz an den Tag, die auch manchem Beobachter im landwirtschaftlichen Berufsstand unheimlich wird.

Drei Immobilienpakete und ihren Hauptsitz in München verkaufte die BayWa innerhalb eines Jahres für zusammen 375 Mio. Euro. Aus dem Erlös wurden die Übernahmen des niederländischen Agrarrohstoffhändlers Cefetra für 125 Mio. Euro und der Mehrheit am niedersächsischen Bohnhorst Agrarhandel für 36 Mio. Euro locker finanziert. Kritiker geben jedoch zu Bedenken, das Tafelsilber könne man nur einmal verkaufen.
 
Es ist offensichtlich, dass der studierte Jurist Lutz aus seiner Zeit als IT- und Verlagsmanager eine unternehmerische Philosophie mitgebracht hat, die nicht jedem im Agribusiness und in den Branchenverbänden gefällt. Solche Kritik wird selten öffentlich. Doch Agravis-Vorstandschef Dr. Clemens Große Frie bezog während der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens im März und auch im Interview mit dem agrarmanager, das in der Mai-Ausgabe erscheint, klar Position.
 
Ohne Namen zu nennen, was ohnehin überflüssig gewesen wäre, kritisierte Große Frie "nicht nachvollziehbare Nord-Süd-Befindlichkeiten". Der Chef der zweitgrößten deutschen Agrargenossenschaft forderte nachdrücklich dazu auf, das genossenschaftliche Regionalprinzip zu achten.
 
Lutz ficht das nicht an. Für ihn steht außer Frage, dass die deutschen Agrarhändler sich international orientieren müssen. "Das Regionalprinzip, wenn es so etwas überhaupt gibt, steht dabei nicht im Vordergrund, sondern die Frage, wie unsere europäischen Mitbewerber versuchen, den deutschen Markt zu erobern", so Lutz.
 
Mehr darüber, wie internationale Agrarhandelsunternehmen auf den deutschen Markt drängen, und über die unterschiedlichen Strategien der Platzhirsche BayWa und Agravis, lesen Sie in der Mai-Ausgabe des agrarmanager.
 
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