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Ausgabe September_2014

Wetten dass...?

von , am
27.08.2014

... die Weizenpreise im weiteren Saisonverlauf wieder steigen? Für alle, die das auch glauben, haben wir interessante Vermarktungsstrategien zusammengestellt, die auf börsengehandelten Terminkontrakten und Optionen basieren.

© ZDF
Haben Sie auch verpasst, im Frühjahr Vorkontrakte für Getreide und Raps zu machen? Dann ist jetzt guter Rat teuer, denn seitdem befinden sich die Notierungen bekanntlich im Sinkflug, wie die Preiskurve für Weizenrechts zeigt. Und Mitte August deutet leider nur wenig auf eine Trendwende nach oben hin.

Für eine solche Situation gibt es im "Werkzeugkasten" der Vermarktung geeignete  Instrumente und Strategien. Bei niedrigen Erzeugerpreisen müssen in Sachen Vermarktung zwei eigentlich konkurrierende Ziele verfolgt werden: Erstens Liquidität durch den Verkauf der physischenWare schaffen, ohne zweitens auf einen Preisanstieg im späteren Saisonverlauf zu verzichten. Das geht unter Nutzung von Terminkontrakten und Optionen, beides Instrumente, die an der europäischen Leitbörse Matif gehandelt werden.

Strategie 1: Weizenverkauf ex Ernte und im Gegenzug Kauf von Terminkontrakten
Ackerbauer Maier verkauft seinen kompletten Weizen (B-Qualität) am 15. Juli an seinen Händler vor Ort und erhält dafür netto 179 Euro/t. Am gleichen Tag kauft Maier an  der Terminbörse für 180 Euro/t insgesamt 20 Weizenkontrakte, die jeweils 50 t umfassen undeine Laufzeit bis Januar 2015 (Januar-Kontrakt) haben, insgesamt also ebenfalls 1.000 t. Statt mit seinem physischen Weizen kann er so in den nächsten Monaten mit "virtuellem" Weizen auf einen Preisanstieg wetten.
 
Strategie 2: Weizenverkauf ex Ernte und im Gegenzug Kauf von Call-Optionen
Anders als Maier kauft Ackerbauer Schulze im Gegenzug aber keine Terminkontrakte, sonderner erwirbt an der Börse sogenannte Call-Optionen (Kaufoptionen). Mit solchen Calls kann er ebenfalls auf einen Preisanstieg in den nächsten Monaten wetten. Das Prinzip: Die Call-Option wird wertvoller, wenn die Weizenpreise im weiteren  Saisonverlauf steigen. Durch den Kauf der Option nimmt er ohne Lagerrisiko und bei sofortiger Bezahlung der Ware an weiteren Preissteigerungen teil. Hierbei werden der Liquiditätsbedarf von Schulze in der Ernte und der Wunsch, an einem möglichen Preisanstieg teilzuhaben, kombiniert.

Strategie 3: Einlagerung der physischen Ware und Verkauf von Call-Optionen
Landwirt Wagner, der dritte rheinische Ackerbauer im Bunde, ist in Sachen Weizenpreispessimistischer als seine Kollegen Maier und Schulze. Er rechnet aufgrund der weltweit komfortablen Versorgung in den nächsten Monaten nicht mit einer Trendwende nach oben bei den Weizenpreisen. Er fährt deshalb eine andere Strategie bei der  Weizenvermarktung. Schulze lagert seine 1.000 t Weizen nach der Ernte zunächst ein. Parallel zur Einlagerung verkauft er am 15. Juli an der Börse Call-Optionen. Er erlöst
dafür eine Gebühr, die sogenannte Options-Prämie. Wagner fungiert also - stark vereinfacht dargestellt - als Versicherungsgesellschaft, die seinem Gegenüber an der
Börse einen bestimmten Weizen-Höchstpreis garantiert.
 
 
Welche Vorteile ergeben sich aus den einzelnen Strategien? Die Antwort und weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des agrarmanager.
 
 
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