Login
Ausgabe März 2014

Am Ziel vorbei

von , am
28.02.2014

Ist die EU-Agrarpolitik ihr Geld wert? Diese Frage beantworten drei Agrarökonomen aus Kiel und Berlin mit Nein. Auch die reformierte GAP bleibe hinter den gesellschaftlichen Herausforderungen weit zurück.

EU
© fotolia
In einem gemeinsamen Positionspapier erinnern die Wissenschaftler Prof. Ulrich Koester von der Universität Kiel sowie Prof. Dieter Kirschke und Dr. Astrid Häger von der Berliner Humboldt-Universität daran, dass es nicht ausreicht, den Erfolg einer Politik anhand der Staatsausgaben oder bestimmter Ausgabenindikatoren zu messen, wie zum Beispiel den jährlichen Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung. 
 
Für eine korrekte Politikbewertung sind Nutzen und Aufwand ins Verhältnis zueinander zu setzen. Von diesen Überlegungen ausgehend, beurteilen Koester, Kirschke und Häger die europäische Agrarpolitik. Sie gliedern sie dazu in drei große Phasen:

die protektionistische Preispolitik bis in die neunziger Jahre,
die Einführung der Direktzahlungen 1992
und die reformierte GAP ab 2014.

Mit Blick auf die Umverteilung der Direktzahlungen zwischen den Mitgliedstaaten erinnern die Agrarforscher daran, dass es auf EU-Ebene keine gemeinsame Finanz- und Steuerpolitik gebe. "Wirklich konsequent und eine echte Reform wäre stattdessen die Abschaffung der Direktzahlungen auf europäischer Ebene und eine Verortung der sektoralen Einkommenspolitik in die jeweilige nationale Einkommens- und Sozialpoltik".

Angesichts der agrarpolitischen Herausforderungen von der Ernährungssicherung über die internationale Wettbewerbsfähigkeit bis zur Förderung öffentlicher Gelder bewerten die Agrarökonomen die reformierte GAP als eher bescheiden, in ihrer Wirkung auf grundlegende Ziele sehr begrenzt und ingesamt nicht überzeugend.
 
Mehr zum Thema und warum in diesem Fall die Ziele den Instrumenten folgen und nicht anders herum, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des agrarmanager.
 

Tina Buthut und Norbert Lehmann , Redaktion agrarmanager

 
 
Auch interessant