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Ausgabe März 2014

Zoff auf dem Spielfeld

von , am
28.02.2014

Der Bodenmarkt hat viele Gemeinsamkeiten mit dem Fußball: Mannschaften treten gegeneinander an und wollen als Sieger vom Feld gehen. Ein großes Problem stellt dabei oft der Schiedsrichter dar - am Bodenmarkt ist das die Politik.

© fotolia
Die Preisentwicklung im Jahr 2013 am hiesigen Bodenmarkt hat den Trend der letzten Jahre bestätigt: Beim Flächenkauf müssen in den meisten Regionen Deutschlands wiederum höhere Summen bezahlt werden. Das erläuterte Prof. Klaus Böhme den über 100 Teilnehmern des 11. agrarmanager-Bodenforums bei der Grünen Woche in Berlin. "Hotspots" liegen im Münsterland, in Oberbayern, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Hier steigen die Preise entweder rasant an oder aber es werden Spitzenwerte von mehr als 45.000 ? je Hektar erreicht.

Politische Entscheidungen der Vergangenheit - wie beispielsweise die Privatisierungsrichtlinien der BVVG - hätten erst dazu geführt, dass die Betriebe heute zum Beispiel nicht in Nachhaltigkeit und Tierwohl investieren könnten, weil sie ihr Geld für Bodenkäufe ausgeben müssten, argumentiert Detlef Kurreck, Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der Körchower Land Agrargesellschaft mbH in Mecklenburg-Vorpommern.

Dass vermehrt außerlandwirtschaftliche Investoren am deutschen Bodenmarkt aktiv werden, führt Kurreck auf deren fehlendes Vertrauen in den europäischen Finanzmarkt und die deutsche Außenpolitik zurück. "Außerlandwirtschaftliche Investoren drängen nur auf den deutschen Bodenmarkt, weil sie gute Anlagemöglichkeiten für sich selbst oder aber für ihre Kunden suchen. Sie sehen den Bodenmarkt als einzigen Markt, der sich stabil entwickelt oder über die Zeit hinweg zumindest nicht an Wert verliert."
 
"Die BVVG ist in Sachsen kein großes Thema mehr." Zu diesem Schluss kommt Gerhard Förster, Vorstandsvorsitzender einer Agrargenossenschaft in Sachsen. Der Umfang der zur Privatisierung anstehenden BVVG-Flächen ist im Jahr 2013 auf 19.500 ha zurückgegangen. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es noch über 73.000 ha. Die hohen Kaufpreise machen vielen Betrieben zu schaffen.  
 
Prof. Fritz Schumann betonte auf dem Bodenforum, es gebe zwei zentrale Herausforderungen für die Landwirte als Akteure am Bodenmarkt: Zum einen die Verteilung beziehungsweise Verfügbarkeit des Bodens und zum anderen sein Kaufpreis.
 
Weiter Informationen, zum Beispiel warum Flächenverkäufe der BVVG an Nichtlandwirte so problematisch sind finden Sie in der März-Ausgabe des
agrarmanager.

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Tina Buthut, Redaktion agrarmanager
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