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Börsentelegramm

Aggressive Konkurrenz aus dem Schwarzmeerraum

von , am
31.07.2015

Der gestrige Handelstag brachte wieder eine leicht positive Bewegung in die Märkte. Vor allem die Ölsaaten legten zu und wurden vom gestern etwas festeren Rohöl motiviert.

© shutterstock/William Potter
Der Euro notiert aktuell zum US-Dollar mit 1,0946 und somit marginal schwächer als gestern. Rohöl beginnt den heutigen Tag ebenfalls schwächer als gestern.
 
Matif-Weizen schloss gestern fester bei 181,50 Euro/t (plus 1,75 Euro/t), Mais (November) blieb unverändert bei 172,50 Euro/t. Raps konnte während dem Abschied des August-Termins (Schlusskurs: 373 Euro/t) an den Folgeterminen wieder kräftig zulegen (November 2015: plus 4,25 Euro/t auf 380,75 Euro/t).
 
Der heutige vorbörsliche Handel an der CBoT startet für Weizen leicht im Plus (507-0 Ct/Bushel; plus 3 Ct/Bushel, entspricht 170 Euro/t), ebenso Mais (386,4 Ct/Bushel, plus 2-4 Ct/Bushel, entspricht 138,90 Euro/t). Die Bohne orientiert sich momentan an der Nullinie (November: 950 Ct/Bushel) und reagiert auf die Bewegungen beim Rohöl.
 
International
 
Auch wenn die gestrigen Rückgewinne noch keine Gegenbewegung bedeuten, sehen wir erste Anzeichen einer Bodenbildung. Während der Ernte wird es nun auf die tatsächlichen Erträge, vor allem in Deutschland und Frankreich, ankommen, ob nochmals Druck entsteht. Die Konkurrenz aus dem Schwarzmeerraum ist jedenfalls aggressiv. Auch am asiatischen Markt verdrängt der Schwarzmeer-Futterweizen brasilianischen Mais aus den Futtertrögen. Die russischen Weizenernte ist aktuell zu 29 Prozent abgeschlossen und brachte bisher 28,4 Mio. t Weizen. Die Durchschnittserträge liegen mit 3,66 t/ha nur geringfügig über den Vorjahreserträgen mit 3,63 t/ha. Je weiter die Ernte in ertragsschwächere Gebiete voranschreitet, desto mehr zeichnet sich im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Durchschnittsernte ab.
 
Die gestrigen USDA-Exportzahlen waren für alterntige Ware bei Soja mit 416.000 t über, und neuerntige Buchungen durch den Druck aus Südamerika 462.200 t unter den Erwartungen. Die alterntigen Maisbuchungen mit 364.900 t lagen im erwarteten Raum, die neuerntigen Buchungen hingegen über den Vorstellungen der Marktteilnehmer.
 
Aussichten
 
Der heutige Handel an der Matif dürfte nahe den gestrigen Schlusskursen starten. Das größte Potenzial sehen wir hier für Weizen und Mais. Raps dürfte nach den gestrigen Rückgewinnen mit Blick auf Soja eher verhalten starten. Die aktuell positive Wetterlage in vielen Hauptproduktionsgebieten macht die Neuorientierung nach den Einbußen der letzten drei Wochen (minus 8 Prozent bei Matif-Weizen, minus 10 Prozent bei Matif-Mais) weiter schwierig. Größere Bewegungen werden wohl noch auf sich warten lassen.
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