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Börsentelegramm

Agrarmärkte

von , am
03.04.2014

Die Nachfrage nach Schweinefleisch steigt im Einzelhandel mit dem Ferienende spürbar an. © siepmannH/www.pixelio.de
Abares hatte zu Wochenauftakt die australische Rapsernte der neuen Kampagne 2014/15 2,948 mio Tonnen geschätzt. Im letzten Zyklus konnten die Aussies noch 3,548 mio Tonnen in Down Under ihr Eigen nennen, aber aufgrund der zu erwartenden trockenen Bedingungen seien Ertragsrasuren notwendig.
 
Für Europa erwartet Strategie Grains eine Rapsernte im kommenden Wirtschaftsjahr 2014/15 in Höhe von 21,5 mio Tonnen. Die vorherige Schätzung betrug 21,4 mio to und in 2013/14 ernteten wir 21,1 mio Tonnen. In Paris tendierten die Rapskurse seitwärts, hatten aber ein wenig rot gefärbte Schlagseite.

Weizen

Angesichts der Ausfallsgefahr ukrainischer Weizenlieferungen zeigen sich die Ägypter in Unterhandlungen mit Frankreich offenbar wieder zugänglich, um nicht zu sagen samtpfötig. Vor kurzem hatte man französischen Herkünften durch Straffung der Qualitätsparameter (Feuchtegehalt) noch den Garaus gemacht. Nun rudert man nachrichtlich zurück, um die eigene Nahrungsmittelversorgung nicht zu gefährden.
 
Na, da schau her, wie schnell man doch Vernunft annehmen kann, wenn es um elementare Dinge geht. Es sollte also niemanden wunder nehmen, wenn die Ägypter im Falle eines ukrainischen Lieferausfalls wieder französische Ware an die Spitze ihrer Sehnsüchte stellen. Abares in Australien schätzte die neue Weizenernte 2014/15 von Down Under auf ca. 24,8 mio Tonnen.
 
Die Bedingungen seien örtlich zu trocken, um eine pflanzenbaulich optimale Aussaat zu gewährleisten. Infolgedessen werde man nicht an den Vorjahreswert von 26,5 bis 27 mio Tonnen herankommen. Angesichts des politisch-fundamentalen Gefahrenumfeldes im Weizenmarkt und der großen Handelsvolumina der letzten Tage liegt die Vermutung nahe, dass die Weizenmärkte an den Börsen von spekulativen Verkäufern nun so gut wie vollständig bereinigt sein dürften.

Kartoffel schraubt sich hoch

An der Eurex erlebten die Veredelungskartoffeln gestern einen freundlichen Handelstag. Die Börse bekam Unterstützung vom Kassamarkt, denn PCA und Goes hoben ihre Notierungen etwas an. Zudem kursierten Spekulationen im Markt, dass die deutschen Bestände bereits im März erschöpft sein könnten, sodass es um die letzte freie Ware noch einmal preislich spannend werden könnte. Hoffen wir für unsere Landwirte das beste.
 
Bei wieder anziehenden Umsätzen von insgesamt 156 Kontrakten legte der vordere Apriltermin 0,50 €/dt drauf und settelte bei 13,90 €/dt.
 
Im Schweinebereich übte man sich in Untätigkeit, aber im weißen Sortiment konnte der Magermilchpulverkontrakt im Juni 5 Mal gehandelt werden. Bei 3060,- €/to wechselten diese den Besitzer. Die fettige Schwester schaffte gar im Juni und Juli je 5 lots Umsatz. Hier lag man preislich bei 3590,- bzw. 3600,- €/to. 

China: Wachstumsprognose erwartet

Die Chinesen veröffentlichen eine Wirtschaftswachstumsprognose für das laufende Jahr. Die meisten "Experten" äußerten sich im Vorfeld der offiziellen Prognose neutral und bezifferten ihre Erwartungen mit 7,5%, was exakt auf Vorjahresniveau läge. Andere sehen inmitten der überschuldeten Kommunen und vielen Unternehmen Anlass genug, um eine Abwärtskorrektur auf 7% vorzunehmen.
 
Eine erdrutschartige Abwärtskorrektur erwartet niemand, da man den Chinesen nicht zutraut, das internationale Vertrauen in den eigenen Markt erschüttern zu wollen. Mit anderen Worten, nichts anderes als Schönfärberei darf man von offizieller Seite erwarten.

Rohölpreise auf dem Rückzug

Der Rohölpreis ruderte nach den krisenbedingten Zugewinnen vom Montag gestern wieder zurück, weil man in einer Rede von Putin Hinweise herauslas, dass die Kriegsgefahr in der Ukraine nun geringer sei, da er (Putin) keine Notwendigkeit sehe, die militärischen Aktionen auszudehnen.

Russland erlässt Einfuhrverbot für ukrainisches Schweinefleisch

Die Russen haben ein mindestens temporäres Einfuhrverbot für ukrainisches Schweinefleisch verhängt. Die instabile politische Lage würde verhindern, dass man die notwendigen veterinärmedizinischen Kontrollen vornehmen kann. Infolgedessen sei eine Gesundheitsgefährdung für russische Verbraucher nicht auszuschließen. Also Grenzen dicht!

Neuer Infektionsfall in China

In der chinesischen Provinz Guangdong ist ein weiterer Fall von Humaninfektion mit dem H7N9-Virus aufgetreten. Der Patient sei bereits Sonntag verstorben, nachdem er Symptome einer chronischen Bronchitis gezeigt habe und sich schließlich ein multiples Organversagen einstellte, berichteten die Gesundheitsbehörden. In gleichem Atemzug bestätigte man die Infektion mit dem Geflügelgrippevirus H7N9. In der Provinz Guangdong waren bereits in der Vorwoche zwei Menschen aufgrund einer H7N9-Infektion ums Leben gekommen. Dennoch hat man am Wochenende zwei Patienten mit der Infektion aus dem Krankenhaus entlassen.

DAX erholt sich

Nachdem der russische Präsident Putin in einer Rede bekräftigte, er sehe derzeit keine Notwendigkeit, die militärischen Aktionen in der Ukraine auszudehnen, zogen die Kurse in Frankfurt an.


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