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Börsentelegramm

Agrarmärkte weiter im Aufwärtstrend

von , am
21.02.2014

Bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler sind die Agrarcommodities weiter willens sich gen Norden zu arbeiten.

© Eisenhans/Fotolia
 
Bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler sind die Agrarcommodities weiter willens sich gen Norden zu arbeiten. Und das trotz der neuen Flächenschätzung des USDA. In der neuesten Ausgabe prophezeien die US- Agrarstatistiker allen landwirtschaftlichen Rohstoffen teils deutliche Preiskorrekturen auf ein lange nicht gesehenes Niveau ( Siehe Marktkompass). Aber aktuell stehen erst einmal andere Faktoren im Vordergrund. Die marktrelevanten Exportzahlen der USA werden erst am heutigen Freitag bekanntgegeben. Die Weizenexportleistung der EU erreicht mit 756.000t in dieser Woche ein mittleres Niveau. Heute Morgen stehen die Vorzeichen erst mal auf rot.
 
Weizen uneinheitlich
Die vorderen Märztermine mussten sowohl in Paris wie in Chicago leichte Verluste hinnehmen. In Paris waren es 25 Cent auf 198,75€/t. Damit bleibt die 200 er Marke aber in Reichweite. Die neue Ernte hingegen schaffte ein Plus von 50 Cent auf 189,75€/t. Am CBoT musste der März 0,6% auf 616,25 US ct/bu abgeben. Der folgende Maikontrakt schloss unverändert bei 613,50 US ct/bu und der Juli beendete den Tag mit einem leichten Plus. Der bisher bullisch wirkend erwartete Winterkill wird durch neu Schneefälle relativiert. So könnte auch die nächste Kältewelle, die in der kommenden Woche gen Süden marschieren soll ohne größere Schäden an den jungen Pflanzen vorübergehen.
 
Mais kann weiter zulegen
Durch die Unruhen in der Ukraine sehen die US Amerikaner ihre Exportchancen vergrößert, und bescherten dem Märzmais in Chicago einen 0,5% igen Anstieg auf 455,75 US ct/bu. Das ist der höchste Kurs seit 5 Monaten. Thema ist neben der neuen Flächenschätzung des USDA auch die erwartete niedrige Ernte insbesondere in Argentinien, wo in Teilen durch Trockenheit verminderte Erträge erwartet werden. In Paris legt der Mais ebenfalls modert zu. Der März kann sich um 1€ auf 174,25€/t verbessern.
 
Soja mit leichten Gewinnen
Die strammen Pflanzenölmärkte sowie ausbleibende Stornierungen der Chinesen stimmen die Börsianer bullisch für die Bohne. Die Aussichten für die Bohnenernte in Südamerika, insbesondere in Brasilien haben sich zuletzt ebenfalls weiter eingetrübt, so dass die Ölfrucht die Vortagesverluste fast wieder ausgeglichen hat. Der März erreicht ein 0,3%-iges Plus auf 1358,25 US ct/bu, und der folgende Maikontrakt kann 0,4% auf 1347,75 US ct/bu zulegen. Ein Wert den er zuletzt vor genau einem Jahr erreicht hatte. Interessant ist weiterhin die Entwicklung des Palmölkurses. Sowohl das an dem CBoT, wie auch an der Börse Malaysias gehandelte Pflanzenöl steigt erneut. In Chicago um 1,8%, und in Kuala Lumpur um 2,1% und markiert damit den höchsten Stand seit September 2012. Sojaschrot muss dagegen leichte Verluste hinnehmen.
 
Raps erholt sich kräftig
Der Rapskurs in Paris lässt sich von den strammen Pflanzenölkursen anstecken und legt mit 7,75€ auf 389 €/t kräftig zu. Damit hat er seine Vortagesverluste wieder aufgeholt. Die neue Ernte schließt mit einem Plus von 6,75€ auf 369,75€/t sogar deutlich über seinem Kurs vom 18 Februar und erreicht ein Niveau das er zuletzt Anfang Dezember des letzten Jahres gesehen hat.
 
Hafer steigt weiter
Spannend ist die Entwicklung des Hafercharts in den USA. Der äußerst volatile Kurs hat mittlerweile mit 468 US ct/bu ein neues 5 Jahreshoch erreicht, und wird damit besser bezahlt als Mais
 
Dieter Jendrziak
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