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Börsentelegramm

Agrarmärkte ausgesprochen freundlich

von , am
24.10.2014

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Der gestrige Handelstag verlief für die großen Agrarrohstoffe absolut positiv. Alle Charts weisen gen Norden. Sehr gute Exportdaten aus den USA für Mais und Soja beflügelten die Märkte und nahmen auch den Weizen mit. Der Matif- Weizen hatte neben weiter sehr guten Exporten der EU und technischer Unterstützung auch Hilfe von der ungünstige Witterung in Russland und Australien. In den USA erwarten Marktteilnehmer wieder aufkommenden Erntedruck, was aber gestern nahezu vollständig ausgeblendet wurde. Heute Morgen stehen die Zeichen für die großen Drei weiter auf grün.
 
Matif Weizen knackt die 170
Der Matifweizen konnte gestern die 170 € Marke überspringen. Der demnächst auslaufende Novemberkontrakt stieg um 2,50 € oder 1,5 % und settelte bei 170,25 € / t. Damit erzielt er in 3 Tagen einen Wertzuwachs von mehr als 10 €, und in einem Monat fast 20 € / t. Auch wenn die gestrigen Gewinne weitestgehend aufgrund von Glattstellungen erreicht wurde ist es doch beachtlich. Der folgende Januar blieb mit einem Plus von 50 Cent auf 169,50 €/t deutlich dahinter. In Chicago schaffte der Dezemberweizen einen Gewinn von 0,9 % auf 5,2675 US $ / bu. Die wöchentlichen Exportdaten lagen mit knapp 300.000 t lediglich bei 34 % der Vorwoche und damit deutlich unter den Erwartungen, was aber weitestgehend ignoriert wurde, denn die Weizenhändler machen sich zunehmend Sorge über die Entwicklung in Russland. Die Herbstaussaat hat sich in der durch Trockenheit geprägten Auflaufphase schwach entwickelt, und jetzt kommen kalte Temperaturen und könnten für erhöhte Auswinterung Sorgen. Weiter Unterstützung kam aus Australien. Hier wurden bereits Ernteausfälle durch zu wenig Wasser im Laufe der Vegetation erwartet, und jetzt behindert Regen die Erntearbeiten und begrenzt die Qualitätserwartungen.
 
Mais kann wieder zulegen
Der US Mais konnte gestern einen Sprung von 1,9 % auf 3,5975 US $ / bu hinlegen. Und das trotz besserem Erntewetter und auch recht guten Aussichten. Damit könnte der Erntedruck wieder zunehmen erwarten die Analysten, aber die mit 1,03 Mio. t ansehnlichen Exportdaten lagen oberhalb der Erwartungen und drängten den Erntefortschritt nach hinten. Außerdem wurden die Ertragserwartungen leicht nach unten korrigiert, denn die aktuell geernteten Partien liegen zwar auf hohem Niveau, aber nicht mehr ganz so hoch wie in den südlicheren Gebieten. In Paris legte der Novembermais ebenfalls 1,9 % oder 2,75 € auf 145,75 € / t zu, was neben den guten Vorgaben aus Chicago auch der hiesigen Ernte geschuldet ist. Die ist zwar groß, wandert aufgrund des niedrigen Preises aber vielfach zu den Biogasanlagen, die damit ihre Vorräte auffüllen. Zusätzlich behindert Sturm und Regen die Erntearbeiten.
 
Soja mit kräftigen Gewinnen
Die Exportanmeldungen in der letzten Woche wurden mit außergewöhnlichen 2,17 Mio. t verlesen, wovon 1,7 Mio. t in Richtung China gehen. Zusätzlich sollen die Chinesen weitere 118.000 t gebucht haben. Das lag weit über den Erwartungen und gab reichlich Unterstützung. Trotz des durch das gute Wetter erwarteten Erntedrucks stieg der Kurs der Novemberbohne um 3,1 % auf 9,9550 US $ / bu und hat damit die Tausendermarke wieder in Sichtweite, die der Januarkontrakt, der auch um über 30 Cent anstieg, auf den Punkt erreicht hat. Für die von Trockenheit geplagten Aussaatgebiete in Brasilien wurden Schauern in Aussicht gestellt. Vorderes Sojaschrot steigt aufgrund der knappen Versorgung um 4,2 % auf 352,40 US $ / t.
 
Raps steigt leicht
Der Raps hält sich preislich eher zurück. Der Novemberkontrakt schafft 50 Cent auf 323,75 €/t und kann damit nicht von den strammen Vorgaben aus Übersee profitieren. Die Folgemonate steigen etwas kräftiger. Canola in Winnipeg settelt mit einem Plus von 0,9 % bei 418,70 Ca $ / t.
 
Dieter Jendrziak
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