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Börsentelegramm

Agrarmärkte wieder fester

von , am
06.02.2015

In Paris wurden gestern kleine Brötchen gebacken. Beim Weizen konnte trotz Rekordexportdaten nur die alte Ernte kleine Gewinne verbuchen. Lediglich der Raps schloss sich der guten Laune in Chicago an.

Börse
© BirgitH/fotolia
Hier gab es insbesondere für den Weizen und das Sojaöl kräftige Gewinne. Hauptgründe dürften der abermals gestiegene Ölpreis sowie der wieder schwächelnde US-Dollar sein. Der Sojakomplex profitierte in erster Linie von einem kräftigen Preissprung des in Kuala Lumpur gehandelten Palmöls. In Paris belastete der aufgrund guter Konjunkturdaten und Prognosen wieder festere Euro. Heute Morgen deutet sich ein durchweg freundlicher Handelsstart an.
 
US-Weizen steigt kräftig
 Die EU-Exportdaten der vorigen Woche wurden mit 1,67 Mio. t bekanntgegeben und stellten den bisherigen Rekordwert von 1,03 Mio. t aus dem September 2010 deutlich in den Schatten. In der Summe hat die EU damit bisher 18,4 Mio. t in den Büchern, was 0,2 Mio. t über dem Rekordwert aus dem Vorjahr liegt. Aber das half den Kontrakten ebenso wenig wie die positiven Vorgaben aus Chicago, denn der Euro marschiert langsam aber stetig wieder auf 1,15 Euro/USD zu. Der Märzkontrakt an der Matif steigt um 50 Cent auf 187 Euro/t, während die neue Ernte um 1,25 Euro auf 185,25 Euro/t nachgibt.
 
Für die Amerikaner stellt der fallende Dollar eine willkommene Verkaufshilfe da, denn ihre Weizenexporte blieben immer wieder hinter den Erwartungen zurück. In der vergangenen Woche kamen nun ansehnliche 398.000 t hinzu, und in der Summe wurden 15,06 Mio. t nach 21,17 Mio. t zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt verkauft. Der US-Weizen wurde weiter gestützt von der Ankündigung einer Kreditlinie in Höhe von 100 Mio. USD für ägyptische Einkäufe in den USA. Außerdem sieht Russland 20 Prozent seines Wintergetreides in schlechtem Zustand, und es gab Gerüchte über eine mögliche Anhebung der Exportsteuer für russische Ausfuhren. Der Märzkontrakt am CBoT steigt um 2,9 Prozent auf 5,2575 USD/bu. Die Folgemonate schließen sich dem Trend an, wenn auch moderater.
 
Mais mit kleinen Gewinnen
Die wöchentlichen Exportmeldungen wurden mit 845.000 t bekanntgegeben und lagen damit innerhalb der Erwartungen. Der Mais hielt sich aber gestern zurück. In den USA war lediglich eine 0,5-prozentige Preissteigerung auf 3,8525 USD/bu drin. Sorgen bereiten hier hauptsächlich die Margen in der Ethanolproduktion, die bei hohen Beständen nicht an die üblichen Werte heranreicht. Als bullischer Faktor wird der zunehmende Währungsverfall in der Ukraine gesehen. Hier könnten sich die Produzenten in Verkaufszurückhaltung üben. In Paris steigt der Märztermin um 1 Euro auf 155,50 Euro/t.
 
Palmöl unterstützt Soja ...
Die Bohne profitiert in erster Linie vom festen Pflanzenölmarkt. In Indonesien hat die Regierung höhere Subventionen für Biodiesel beschlossen, und so konnte das Palmöl an der Börse in Kuala Lumpur um über 5 Prozent zulegen. Der Märzkontrakt wird dort aktuell mit 2.319 MYR/t gehandelt. Das Sojaöl in Chicago macht daraufhin auch einen Preissprung von 3,7 Prozent, was die Märzbohne um 1 Prozent auf 9,8125 USD/bu nach oben brachte. Die Bremse lag neben den Exportdaten für die Bohne, die mit 490.000 t zwar innerhalb der Erwartungen, aber eher schwach waren, wohl in den Schrotpreisen, die trotz ansehnlicher Exporte von 296.000 t um 0,4 Prozent niedriger bei 331,40 USD/t notierten.
 
... und auch den Raps
Die festen Pflanzenölmärkte bringen auch dem Raps neuen Schub. Gestern konnte der Maitermin 5,50 Euro auf 357,50 Euro/t zulegen und steht damit kurz vor seinem jüngst erreichten Acht-Monats-Hoch. Die neue Ernte machte mit dem Augustkontrakt einen Gewinn von 3 Euro auf 350,75 Euro/t. Auch in Winnipeg geht es aufwärts. Der Märzkontrakt legt hier 0,75 Prozent auf 458,70 CAD zu.
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