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Börsentelegramm

Agrarmärkte größtenteils abschlägig

von , am
13.02.2014

Weizen und Bohne waren gestern im Plus. © hapo/landpixel
Am CBoT büßten Bohne, Mais und Weizen ein. Die Verluste der Bohne waren zweistellig. Auf der Verliererliste fanden sich auch Baumwolle und Rinder bzw. Rindfleisch. Die Gewinner waren Zucker und Kaffee, die infolge der trockenen brasilianischen Witterung den Marktbeteiligten ausreichend Kaufgrund lieferten.
 
Fossile Energieträger schnupperten Höhenluft, und die Finanzmärkte setzten ihre Erholungsrallye aufgrund der Yellen´schen Rede weiter fort.

Bohne büßt Vortagesgewinne wieder ein

Die Bohne musste die tags zuvor gemachten Verluste wieder hergeben. Im Märztermin schlug ein Minus von 11 ¾ cts/bu zu Buche und man war gezwungen, mit 13,23 US$/bu nahe des Tagestiefs zu schließen. Die Gerüchte über etwaige Stornierungen seitens der Chinesen, die vorgestern im Markt herum geisterten, waren nicht vollends gegenstandslos. Das Reich der Mitte stornierte nämlich den Kauf von 272 tsd Tonnen Sojabohnen der alten Ernte und kaufte stattdessen 240 tsd Tonnen aus der neuen us-amerikanischen Sojakampagne 2014/15. Die knappe alterntige Versorgungsbilanz erfährt hierdurch etwas Entlastung, was sich moderat bärisch auswirkte.
 
Der weitaus bedeutendere Faktor trat aber in anderer Gestalt auf die Bühne des Marktes. Die Chinesen haben nämlich offenbar beschlossen, drei Sojapartien aus den USA auf Fremdstoffe zu untersuchen, inklusive nicht genehmigter Genstämme. Der Fokus liegt wohl auf MIR 162. Für die heutigen Exportzahlen der USA erwartet der Markt bei der Sojabohne 600 – 950 tsd Tonnen. Die Ägypter zeigten sich kaufinteressiert für 20 tsd Tonnen Sojaöl, was im März-Aprilzeitraum geliefert werden soll. Einzelheiten waren gestern Abend noch keine bekannt.
 
In Kanada konnten die Rapsnotierungen ihr ohnehin schwaches Preisniveau nicht mehr halten und durchbrachen die Marke von 420,- Can$/to. An der Matif ging´s bergauf. Der vordere Maitermin schaffte ein Plus von 3,25 €/mto und schloss bei 376,75 €/mto. Der neuerntige Augusttermin legte 3,75 € zu und schloss bei 358,50 €/mto.

Weizen kann Gewinne nicht halten

Der Märzweizen am CBoT verlor gestern 3 ¼ cts/bu und schloss bei 5,87 US$/bu glatt. Der Handel am CBoT muss als volatil bezeichnet werden, denn trotz aller preislichen Abschläge am Ende des Handels war man zwischenzeitlich fähig, den 50-Tage-Durchschnitt anzugreifen. Die Bären waren aber stark genug, diesen erfolgreich abzuschmettern und das Geschehen in der Folge an sich zu reißen. Fehlende Nachrichten lieferten naturgemäß auch keine Kaufgründe, sodass man bullischerseits den Tag verloren gab. Die internationale Exportkonkurrenz ist weiterhin stark ausgeprägt, sodass man in den USA erneut keine wirkliche Durchschlagskraft entwickeln konnte.
 
Das französische Agrarministerium bezifferte gestern die Endbestände an Weichweizen in der laufenden Kampagne 2013/14 mit 2,85 mio to. Damit korrigierte man sie von 2,68 mio to nach oben. Die Anpassung sei nötig geworden, weil der innereuropäische Export geringer ausfiele als eingangs angenommen. Die Außenhandelsexporte beließ unser linksrheinischer Nachbar aber bei 11,5 mio Tonnen. Das Landwirtschaftsministerium Kasachstans sieht die bisherigen Gesamtexporte an Getreide für die laufende Kampagne bei 5,465 mio Tonnen. Insgesamt rechnet man in Kasachstan mit einer Menge von 9 – 10 mio Tonnen Getreideausfuhr, was signifikant über den 7,1 mio to im letzten läge.
 
Im internationalen Handel fiel Japan auf, das in Kanada knapp 30 tsd Tonnen Qualitätsweizen einkaufte und darüber hinaus weiteres Kaufinteresse für insgesamt 286 tsd Tonnen Weizen anmeldete. Die möglichen Herkünfte wurden mit Australien, USA und Kanada abschließend aufgezählt.
 
An der Matif schwappten die Preise hin und her, um am Ende des Tages bei nahezu unveränderten Niveaus zu schließen. Der vordere März wies überhaupt keine Preisveränderung auf und settelte bei 195,75 €/mto. Der neuerntige November legte mit 0,25 €/mto leicht zu und schloss bei 185,75 €/mto.

Australischer Weizen fest

Abares hat diese Woche die Weizenernte von Down Under zwar nach oben auf etwas über 27 mio Tonnen korrigiert, aber das hält die Weizenpreise in Australien nicht davon ab, unzweideutige Signale der Stärke auszusenden. In den Anbauzonen, die mit Trockenheit zu kämpfen hatten, befinden sich nämlich die zu zahlenden Prämien auf ungewöhnlich hohen Niveaus. Örtlich wird vom Dreifachen der sonst üblichen Prämie gesprochen, wenn man nennenswerte Mengen aus dem Markt zu ziehen gedenkt. Die Sorghumproduktion Australiens soll um etwa ein Drittel auf 1,278 mio to in der laufenden Kampagne schrumpfen. Das wird notwendigerweise mit anderen Komponenten aufgefüllt werden müssen, und was käme hier anderes in Frage als Weizen?

Mais abschlägig

Der Märzkontrakt am CBoT fiel gestern um 1 ½ cts/bu und schloss bei 4,40 US$/Bu glatt. Da keine Marktseite an gesteigertem Blutdrang litt, der hätte durch einen Aderlass gestoppt werden müssen, floss der Chicagoer Handel ruhig dahin. Die Temperaturen in den USA sollen sich in nächster Zeit weniger extrem präsentieren, weshalb man auf bessere logistische Möglichkeiten hofft, die örtlich entstanden Engpässe an Mais rasch beseitigen zu können.
 
Ein mögliches Auftauen des logistischen Frostzustandes ließ aber sogleich Befürchtungen aufkommen, man bewege sich am CBoT auf ein Preisbreak zu. Diese Sorge ist nicht unberechtigt, da der Mais keine ernst zu nehmenden Anstalten machte, den positiven Weizenvorgaben der letzten Tage zu folgen. Das muss man als Signal fehlender intrinsischer Stärke interpretieren, das den Mais anfällig für Abwärtssignale zurück lässt.
 
Heute erwarten wir die wöchentlichen Exportzahlen der USA. Ob hierdurch Aufwärtsimpulse gesetzt werden können, müssen wir abwarten. An der Matif verlor der vordere Märztermin 0,25 € und settelte bei 173,25 €/mto.

USDA-Outlook Forum

Heute wird das USDA die Ergebnisse seiner Outlook-Konferenz veröffentlichen. Hierzu gehören grundlegende Einschätzungen über die Entwicklung von Angebot und Nachfrage in den nächsten zehn Jahren. Daneben werden auch Endbestandsprognosen für den anstehenden Produktionszyklus in 2014/15 veröffentlicht. Im letzten Jahr schätzte man die US-Endbestände für 2013/14 auf 250 mio Scheffel Bohnen, 639 mio Scheffel Weizen und 2,177 mio Scheffel Mais. Wir wissen, wie es ausging; viel weiter hätte man nicht daneben liegen können! Die agrarische Fachpresse wird sich gierig auf die Zahlen stürzen und entsprechend wichtigtuerisch kommentieren. Wir raten dazu, die Karawane vorbeiziehen zu lassen, ohne zuviel Gewicht auf diese Schätzung zu legen. Der Prognosewert ist angesichts des Zeithorizonts einfach zu gering, als dass man eine praktische Nutzanwendung daraus ziehen könnte.

Kartoffel rutscht weiter talwärts

Auch die Wochenmitte bescherte den Kartoffelkursen an der Eurex nichts als Abschläge. Man setzte seine schwache Tendenz weiter fort und rutschte im Handelsverlauf bei einem Gesamtumsatz von 125 Kontrakten auf die Marke von 12,20 €/dt ab. Das Hoch lag bei 12,40 €/dt, sodass es nicht weiter wunder nimmt, dass man bei 12,30 seinen Settlementkurs fand. Im Schweinebereich konnten leider keine Umsätze erzielt werden, selbiges galt für den Milchsektor.

Dax fest

Die mit geradezu rhetorischer Wolllust ausgesprochene und inbrünstig beschworene „Kontinuität in der Geldpolitik“ von Janet Yellen hob auch am gestrigen Tage den DAX in die Höhe. Zudem stimmten die Republikaner zu, die erlaubte Schuldenobergrenze der USA erneut nach oben zu verschieben. Eine drohende Handlungsunfähigkeit des amerikanischen Staatsapparates wurde abgewendet. Oberflächlich als gut bewertete Exportzahlen aus China gaben dem globalen Finanzmarktgeschehen zusätzliche Flankierung, was schließlich zu Aufrecherhaltung der impulsiven Kauflaune führte. Auf dem Frankfurter Parkett war man imstande 61,23 Punkte draufzulegen und schloss bei 9540 Zählern.
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