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Börsentelegramm

Agrarmärkte größtenteils im Plus

von , am
27.03.2014

Die Erträge von Ackerbohnen variierten in den vergangenen 20 Jahren zwischen 25 und 40 dt/ha. © landpixel
In Chicago stieg die Bohne an. Weizen und Mais mussten hingegen Federn lassen. In die schwache Riege reihten sich Baumwolle und Kaffee ein. Der gesamte Rest der Agrarwaren wurde mit positiven Vorzeichen wiedergegeben. Zucker war hierin die strammste Komponente. Die Rohölnotierungen in New York zogen an, aber in London gab es schwächere Ölnotierungen zu beobachten. Der DAX war im Plus, der Dow Jones drehte am späten Abend ins Minus.

Bohne legt zu

Die Maibohne legte gestern 12 cts/bu und settelte bei 14,40 US$/bu. Die Fonds sollen gestern in der Bohne etwa 7000 Kontrakte gekauft haben, was zum freundlichen Preisklima beitrug. In Oklahoma gibt es Regenfälle, sodass eine Willigkeit der Fonds auszumachen war, Weizen zu verkaufen und die Bohne dagegen zu kaufen.
 
Das Preisbild beider Waren präsentierte sich entsprechend. Das chinesische Marktverhalten ist nach wie vor die große Unbekannte in der Bohne. Stornierungen in den USA sind weiterhin jederzeit möglich, sodass die Bullen auf der Hut sein sollten. Die ersten Bohnenimporte in die USA könnten bereits nächste Woche anlanden, mahnte ein Analyst.
 
Die Rapsnotierungen an der Matif waren uneinheitlich. Vorne legte der alterntige Maitermin leicht zu, die neuerntigen Termine büßten einen Euro ein.

Weizen im Minus

Der Maiweizen büßte gestern am CBoT 11 ½ cts/bu ein und settelte bei 6,96 ¾ US$/bu. Die Fonds sollen gestern etwa 5000 Kontrakte im Weizen abgestoßen haben, was auf den Regen in Oklahoma zurückzuführen war. Die Mengen, die Petrus auf die Äcker schickte, sind aber angesichts der zu trockenen Umstände zu gering, um wirkliche nachhaltige Linderung herbeizuführen.
 
Nichtsdestotrotz ist ein Anfang gemacht, und das war dem Markt gestern wichtig! Die Reaktion war entsprechend. Ansonsten blickte man Richtung Russland und Ukraine, wo sich die politischen Fronten weiterhin verhärteten. Eine rasche Lösung ist hier nicht in Sicht. Die Algerier meldeten sich mit einem quantitativ nicht näher spezifizierten Kaufinteresse im Markt. Das einzige, das man angab, war der Liefertermin. Die Algerier wünschen eine Anlieferung im Mai 2014.
 
An der Matif ging es im November 1,75 €/mto bergab. Der Schlusskurs lag bei 204,- €/mto glatt.

Mais mit leichten Abschlägen

Der Maitermin verlor gestern 2 cts/bu und settelte bei 4,84 ½ US$/bu Die Fonds sollen gestern leichte Nettoverkäufer von Mais am CBoT gewesen sein; Zahlen wurden diesbezüglich allerdings keine genannt. Die Witterungsbedingungen im Mittleren Westen der USA scheinen sich in den jüngsten Wetterprognosen etwas freundlicher für die Landwirtschaft präsentieren zu wollen. Noch sind aber Strom und Bäche nicht vom Eise befreit, und der Winter hat sich noch nicht in die Berge zurückgezogen von wo aus er nur noch ohnmächtige Schauer körnigen Eises sendet.
 
Ernst zu nehmende Beratungsringe in den USA sehen die Aussaat der Sommerungen derzeit etwa 1 – 2 Wochen verzögert, weisen aber darauf hin, dass mit heutiger Technik derartige Rückstände rasch aufgeholt werden können. Sofern dann das Wetter mitspielt.
 
Einige Kommentatoren sehen am Montag aufgrund der reduzierten Rinder- und Schweinezahlen den Futterverbrauch sinken und damit die Bestände üppiger als vom Markt erwartet. Südkorea kaufte gestern im internationalen Markt 189 tsd Tonnen Mais aus den USA und aus Südafrika. Bis Ende Februar hatten die Südafrikaner in der Summe über 2 mio Tonnen Mais exportiert. Die Bestandslage am Kap wurde mit 1,65 mio Tonnen angegeben.

Kartoffel mit Dead Cat Bounce

Die Kartoffelnotierungen erleben nach ihrem heftigen Preisverfall derzeit wohl nicht mehr als einen Dead Cat Bounce, also eine unbedeutende Erholung nach einen vorangegangenem heftigen Preisverfall. Üblicherweise erfolgt hierauf ein weiterer Preiseinbruch. Wir wollen den Teufel zwar nicht an die Wand malen, aber ein wirkliches Lebenszeichen gibt der Erdapfel derzeit nun einmal nicht von sich. Am Kassamarkt bestätigen die Preisnotierungen das schwache Börsengeschehen.
 
Neben Exportnotierungen sind nun auch die Preise für Frittenware einen halben Euro reduziert worden. Am Ende eines umsatzmäßig sehr mageren Handelstages von nur 79 Kontrakten settelten die Aprilveredelungskartoffeln bei Vortagesniveau von 11,60 €/dt.
 
Erfreulicherweise konnte der Schweinesektor auftrumpfen und sowohl im Mastschwein als auch im Ferkel Umsatz erzielen. Das Dezemberschwein wurde fünfmal bei 1,700 €/kg gehandelt, was ein Minus von 0,050 €/kg bedeutete. Das Juliferkel wurde ebenfalls fünfmal umgesetzt, stieg hierbei aber an. Mit einem Preis von 52,50 €/Stck. erzielte man hier ein Plus von 1,50 €. Im weißen Sortiment war das Molkenpulver für vier Kontrakte Umsatz im Mai 2014 gut, welche bei 940,- €/to ihren Besitzer wechselten. Das war ein Plus von 5,- €/to.

Zucker präsentiert sich fest

Die internationalen Zuckernotierungen zogen gestern an und legten im Handelsverlauf über 3% zu. Zum wiederholten Male philosophierte der Markt über das brasilianische Produktionspotential. Infolge der extremen Trockenheit zu Jahresbeginn in Zentralbrasilien ist es zu Einbußen gekommen. Daran besteht kein Zweifel!
 
Über Ausmaß und Umfang der Mindererträge herrscht aber Uneinigkeit unter den Analysten. Vorsorglich preiste der Markt etwas mehr Risiko ein und zog nordwärts. Dabei wurden wichtige charttechnische Marken genommen, die technisch motiviertes Kaufinteresse freisetzte. Im Londoner Weißzuckerkontrakt legte der Maitermin 9,80 US$/to zu und settelte bei 463,40 US$/to.

DAX attackiert die 9500er-Marke

Das deutsche Aktienbarometer ist zur Wochenmitte weiter angestiegen. Gestützt durch Zugewinne in Asien und später an der Wall Street konnte sich der DAX weiter nach Norden durchschlagen und die 9500-Punktemarke ins Visier nehmen. Am Ende des Tages belief sich das Plus auf noch 110,18 Punkte, sodass der Index bei 9448,58 Zählern schließen konnte. Die Wall Street drehte am Abend ins Minus, konnte dem DAX aber nichts mehr anhaben.



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