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Börsentelegramm

Agrarmärkte: Hafer schlägt Mais

von , am
07.02.2014

Der gestrige Handelstag verlief überwiegend durchwachsen. In Paris bewegten sich weder Weizen noch Mais nennenswert, lediglich der Raps legte mit den weiter festen Sojamarkt in den USA zu.

Hafer sorgt im Moment für Aufsehen an der Börse. Erstmals seit zwölf Jahren liegt er über dem Maiskurs. © hapo/landpixel
Interessant ist momentan der in Chicago gehandelte Hafer. Die USA bezieht die Hälfte ihres Bedarfes aus Kanada. Hier steckt die Bahnlogistik aufgrund des Winters und der großen Entfernungen ohnehin in Schwierigkeiten, und nun drohen die Eisenbahner mit Streik. Daraufhin erreicht der Hafer einen neuen Rekordstand von 463,25 US ct/bu, den er aber nicht halten kann.
 
Am Ende des Tages hat er aber immer noch einen 3% igen Anstieg auf 456,50 US US ct/bu hingelegt, und steht damit erstmals seit 12 Jahren über dem Maiskurs. Seit September letzten Jahres hat er damit 50% an Wert gewonnen. Rohöl legt mit den festen Aktienmärkten wieder zu. Der Euro gibt leicht nach.

Weizenexport brummt weiter

An der Matif schloss der Weizen gestern mit einer Nullnummer bei 194€/t. Lediglich die neue Ernte konnte sich um 50 Cent auf 184,75€/t leicht verbessern. Aufgrund der mit 872.000t weiter sehr guten wöchentlichen Exportanmeldungen ließ sich der EU Weizen kaum von dem US Weizen beeinflussen.
 
Hier gab der Märzweizen um 1,2% auf 580,75 US ct/bu nach. In weiten Gebieten des mittleren Westens werden weitere Schneefälle erwartet. Das bedeutet mehr Schutz und zusätzliche Feuchtigkeit für die Pflanzen.
 
Damit gerät dieser bisher bullische Faktor in den Hintergrund, und die Händler nahmen erst mal wieder Gewinne mit. Die kumulierten EU Exporte liegen mittlerweile bei 18,2 Mio. t, und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 11,7 Mio.t.

Ruhiger Maishandel

Der Matifmais schloss unverändert bei 174,25 €/t. In Chicago hatte der Mais ebenfalls einen langweilen Tag. Der Frontmonat März gab um 25 US ct auf 443 US ct/bu nach, während der Mai leichte Gewinne verzeichnen konnte.
 
Die wöchentlichen Exporte lagen mit 1,7 Mio t deutlich über den Erwartungen. Daher beeinflußen erneute Stornierungen der Chinesen in Höhe von 220.000 t den Markt nicht mehr besonders, denn die für dieses Wirtschaftsjahr geplanten Exporte sind mittlerweile zu über 90% erfüllt, und das Jahr hat noch nicht mal die Halbzeit erreicht.
 
Eine deutliche Korrektur der Endbestände im am kommenden Montag erscheinenden Wasde-Report der USDA ist damit unabdingbar. Soja steigt weiter Für die Ölsaatenmärkte geht es weiter bergauf. Der fordere Märzkontrakt der US-Bohne legt 0,7% auf 1325,75 US ct/bu zu. Sojaschrot schafft 0,9% und settelt bei 446 US ct/bu. Die Summe der US-Exporte haben mit 1,58 Milliarden Scheffel nach weniger als einem halben Wirtschaftsjahr bereits die von der USDA geschätzten Gesamtexporte leicht überschritten.
 
Daher wird auch in diesem Bereich eine Korrektur der USDA Zahlen erwartet. Vor diesem Hintergrund relativieren sich die immer wieder auftretenden Stornierungen der Chinesen. Der geplante Einkauf der Asiaten in Südamerika wird ohnehin immer wieder von Schwierigkeiten begleitet, die sie an den US Markt zurückbringt. Aktuell halten sich die Farmer in Argentinien aufgrund des Währungsverfalls in ihrem Land mit Verkäufen zurück. Für die neue Südamerikanische Ernte gibt es ebenfalls Schwierigkeiten. Hitze setzt den Pflanzen im Süden zu, und im Norden behindert anhaltender Regen die Ernte.

Raps legt zu

Der Raps schließt sich der Bohne an und und legt 2,75€ auf 377,75€/t zu. Die neue Ernte schafft lediglich 25 Cent auf 358€/t. In Winnipeg legt Canola ebenfalls leicht um 0,35% auf 428,560 CaD zu.   
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