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Börsentelegramm

Agrarmärkte leiden mit dem Öl

von , am
28.11.2014

Dem Pariser Handel fehlten gestern zunächst die Vorgaben und Anregungen aus den Vereinigten Staaten.

© Eisenhans/Fotolia
 
Dem Pariser Handel fehlten gestern zunächst die Vorgaben und Anregungen aus den Vereinigten Staaten, denn hier feierte man das alljährlich am vierten Donnerstag im November stattfindende Thanksgiving Fest. Der Handel war an der Matif entsprechend dünn, und man entschloss sich zur Vorsicht. Hauptthema an den Märkten war die Zusammenkunft der Opecstaaten in Wien. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses, den Marktkräften weiter freien Lauf zu lassen kam der Ölpreis kräftig unter Druck. Er lag zeitweise über 6 % im Minus, konnte sich dann aber leicht von seinem Tief bei 71,25 US $ / Barrel distanzieren, und markiert ein neues 4 Jahrestief. Der schwache Ölpreis setzte dann insbesondere die Pflanzenölmärkte kräftig unter Druck. Raps verliert ebenso wie Palmöl deutlich. In dem negativen Umfeld konnten dann auch die Kollegen nicht mehr punkten, und die Händler sackten erst mal weiter Gewinne ein. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse einen durchwachsenen Start in den Tag an. Lediglich der Sojakomplex kann mit leicht grünen Vorzeichen aufwarten.
 
Weizen gibt nach
Der Weizen an der Matif dümpelte den Tag über mit einem leichten Minus vor sich hin. Mit dem ausbleibenden Markteingriff der OPEC weiteten sich die Verluste bis auf 1,75 Euro oder 1 % auf 180,50 Euro / t aus. Die wöchentlichen Exportzahlen der EU weisen mit 518.000 t weiter ordentliche Ergebnisse aus. In der Summe wurden damit in diesem Jahr bereits 12 Mio. t ausgeführt, was 800.000 t über dem Rekordwerten des Vorjahres liegt, und natürlich ein Stück weit dem schwachen Euro geschuldet ist. Die Amerikaner machen sich daher zunehmend Sorgen um ihre Konkurrenzfähigkeit an den Weltmärkten, denn auch in der Schwarzmeerraum wird Weizen nicht zuletzt aufgrund des schwachen Rubels deutlich unter den amerikanischen Preisen angeboten. Mit dem Preisverfall des Rohöl´s leidet auch der Rubel weiter, denn die russische Wirtschaft ist stark von den Erlösen aus den Ölexporten abhängig. Unterstützt wird der Weizenkurs derzeit durch in Teilen der großen Anbaugebiete eher ungünstige Witterung. In Nordamerika und in der Schwarzmeerregion beherrscht der Winter das Geschehen, und lässt Auswinterungsverluste erwarten. Auch in Südamerika sind die Bedingungen nicht optimal. Der Internationalen Getreiderat (IGC) brachte eine neue Einschätzung zur globalen Weizenernte. Demnach sollen 717 Mio. t geerntet worden sein, was 1 Mio. t. unter der letzten Schätzung lag. Der Rekordwert des Vorjahres wird damit aber trotzdem leicht überschritten.
 
Mais mit Verlusten
Der Mais litt ebenso unter dem bärischen Umfeld und musste mit dem Ergebnis der OPEC Sitzung zunehmend Verluste hinnehmen. Am Ende des Tages waren es 1,75 Euro und der fordere Januarkontrakt schloss bei 151 Euro / t. Bei den folgenden Kontrakten liefen Verluste in gleicher Größenordnung auf. Der IGC bezifferte die Weltmaisernte auf 982 Mio. t., was 2 Mio. über der letzten Schätzung lag.
 
Raps bekommt die rote Laterne
Den Raps erwischt die Entscheidung der OPEC heftiger. Der Februarkontrakt gibt um 1,6 % oder 5,50 Euro auf 337,75 Euro /t nach. Die folgenden Laufzeiten geht es ähnlich, die Verluste bewegen sich in gleicher Größenordnung. In Winnipeg beendet Canola den Tag mit vergleichsweise leichten Verlusten. Der Settelmentkurs steht um 0,65 % niedriger bei 427,10 Ca $. Der größte Verlierer des Tages war in Kuala Lumpur / Malaysia anzutreffen. Das dort gehandelte Palmöl wird vielfach zu Biodiesel verarbeitet, und muss Verluste von 1,8 % auf 2165 Malaysische Ringgit / t hinnehmen.
 
Dieter Jendrziak
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