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Börsentelegramm

Agrarmärkte mit nur wenig Bewegung

von , am
08.04.2014

Feucht muss der Gang bei den Kartoffeln sein, damit die Herbizide gut eindringen können. © Mühlhausen/landpixel
Die Agrarmärkte begannen die neue Handelswoche mit nur wenig Mut. Am Mittwoch der laufenden Woche veröffentlicht das us-amerikanische Landwirtschaftsministerium seine Prognosen für die weltweite Versorgung an Agrargütern. Vor diesem wichtigen Termin war man gestern nicht willens, sich mit größeren Engagements im Markt zu positionieren.
 
Nichtsdestotrotz gab es preisliche Veränderungen. Die Bohne und der Mais am CBoT neigten zur Schwäche, die Weizennotierungen legten leicht zu.

Ölsaatenkomplex: Bohne gibt nach

Die Maibohne verlor gestern 11 ¼ cts/bu und schloss am CBoT bei 14,62 ½ US$/bu. Da man am Mittwoch dieser Woche des nächsten WASDE-Bericht seitens des USDA´s vor der Brust hat und sich nicht positionieren wollte, blieb nichts anderes übrig als bei durchschnittlichem Handelsvolumen auf die Nachrichtenlage zu schauen.
 
Die Ankunft eines mit brasilianischen Bohnen beladenen Schiffes an der Südküste der USA schien den einen oder anderen Händler zu beeindrucken, denn man neigte dem Verkaufen eher zu als dem Kaufen. Die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen in Sachen Sojabohne zwar über den Erwartungen, aber insgesamt war die Zahl von 509,6 tsd Tonnen nicht dazu geeignet war, die Agonie im Markt zu beseitigen. Im Sojaschrot waren fallende Prämien auf dem us-amerikanischen Kassamarkt zu beobachten, was die Notierungen an der Börse belastete. Sojaöl verhielt sich preisneutral.
 
Die französische Firma Tallage hat in der jüngsten Schätzung ihres Agrarmarktberichts „Strategie Grains“ die europäische Rapsernte auf 21,55 mio Tonnen nach oben korrigiert. Infolge besserer Ernteaussichten in Rumänien sei die Aufwärtskorrektur von 21,46 mio Tonnen gerechtfertigt, hieß aus Frankreich. Die Anpassung bewegte sich aber in einer Größenordnung, die wir an dieser Stelle vernachlässigen können, denn derart geringe Verschiebungen sind nicht dazu geeignet, nachhaltigen Einfluss auf die Preisgestaltung zu nehmen.
 
An der Matif kam es zu leicht steigenden Preisen. Der August schloss nach einem Plus von 2,75 € bei 370,50 €/mto.

Weizen: Crop Ratings verschlechtern sich erneut

Der Maiweizen am CBoT legte gestern 6 ¾ cts/bu zu und settelte bei 6,76 ½ US$/bu. Nachdem die Weizennotierungen am Freitag vergangener Woche ihren 200-Tageschnitt getestet und bullischerseits verteidigt hatten, konnte man zu Wochenauftakt technisch motivierte Zugewinne im oben erwähnten Rahmen erzielen. Unterstützt wurde das durch die hinter den Erwartungen gebliebenen Regenfälle übers Wochenende in den USA. Man hatte sich seitens des Handels deutlich mehr erhofft und fürchtete, das USDA könne die Bestandsbonitierungen ein weiteres Mal zurücknehmen. Dies geschah dann auch nach Handelsschluss!
 
Der Saatenstand ist im Bundesstaat Kansas das vierte Mal in Folge mit einer verschlechterten Bonitierung ausgewiesen worden. In der Topkategorie „Gut bis Exzellent“ befinden sich derzeit noch 29% der Bestände. In der Woche zuvor waren das noch 32%. In Oklahoma sind das sogar nur noch 15%, was ebenfalls ein Minus bedeutete (-2%). Und in Texas befinden sich gerade noch 13% in exzellentem Zustand. Der gesamte Rest verteilt sich auf die anderen Rangordnungsstufen, wobei 61% auf die Kategorie mangelhaft entfielen. Die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen im Weizen bei 606 tsd Tonnen, was den Bullen zum Vorteil gereichte.
 
An der Matif konnte man sich auch nach oben orientieren. Der neuerntige Novembertermin schaffte ein Plus von 2,- €/mto und settelte bei 199,50 €/mto.

Mais: Gewinnmitnahmen belasten

Der Maitermin am CBoT verlor gestern 3 ¼ cts/bu und settelte bei 4,98 ½ US$/bu. Im Maismarkt gab es nun so gut wie gar nichts mehr zu beobachten, sodass man im Vorfeld des Reports am Mittwoch, seine Position seiner Erwartung anpasste. Die allgemeinen Preisniveaus wurden aber gehalten und geben dem Markt technischen Spielraum nach unten, ohne dass charttechnisch viel zu Bruch ginge. Im Mittleren Westen beginnen die Felder damit abzutrocknen und manch Farmer macht sich berechtigte Hoffnungen, alsbald mit der Aussaat beginnen zu können. Dies gilt jedenfalls für den westlichen Teil des Maisgürtels. Im Osten sind die Bedingungen aufgrund der jüngsten Regenfälle diesbezüglich noch indiskutabel.
 
Die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen zu Wochenauftakt bei 1,31 mio Tonnen. An der Matif verlor der neuerntige Novembertermin 1,75 € und schloss bei 189,75 €/mto.

Kartoffel etabliert sich unterhalb der 11,- €/dt-Marke

Nachdem der untergeordnete Preisaufschwung von Mitte Februar bis Anfang März anschließend wieder vollends liquidiert wurde, hat sich die Veredelungskartoffel im Handelstermin April 2014 fest unter der Marke von 11,- €/dt etabliert. Im Juni sieht es etwas besser aus, denn hier können sich die Notierungen über der 11,- €/dt-Marke halten. An der Erkenntnis, dass auch auf diesem Termin der mittelfristige Trend abwärts gerichtet ist, kommen wir nicht indes aber vorbei. In Rotterdam wurden zudem die Kassanotierungen reduziert. Zu Wochenauftakt wurde in der Veredelungskartoffel an der Eurex ein Umsatz von 91 Kontrakten erzielt. Die Notierungen zogen um 0,10 €/dt an, was den April 2014 bei 10,40 und den Juni 2014 bei 11,40 €/dt setteln ließ.
 
Im Mastschwein gab es drei Kontrakte Umsatz, die im Juni und im August bei 1,690 bzw. 1,720 €/kg stattfanden. Das Ferkel war demgegenüber zu keinen Umsätzen zu bewegen. Im weißen Sortiment gab es beim Molkenpulver im Maitermin acht Kontrakte Umsatz, die bei exakt 900,- €/to ihren Besitzer wechselten. Die Butter brachte es schließlich auf sieben Kontrakte Umsatz.

Zucker schwächelt spät

Im internationalen Zuckermarkt gab es keine wesentlichen Neuigkeiten. Bangladesh kündigte an, die Importzölle für rohen bzw. raffinierten Zucker (und Tee) anzuheben. Die zuletzt stark gefallenen Inlandspreise macht der Regierung sorgen, und diese versucht nun, die heimischen Produzenten zu schützen, indem man Auslandseinkäufe durch Importzölle unattraktiv macht. Im internationalen Marktgeschehen ging diese Meldung aber unter und war nicht in der Lage, irgendeinen spürbaren Einfluss auf die Preisbildung auszuüben. Nichtsdestotrotz geriet Zucker unter späten Druck. In New York verlor der Maitermin über einen halben Cent/Pfund und schloss bei 17,25 cts/Pfund; genau auf der 200-Tagelinie.

DAX startet mit Abschlägen in die neue Woche

Der deutsche Aktienindex DAX startete die neue Woche mit teils kräftigen Abschlägen. In den USA gerieten die Technologieaktien unter Druck und belasteten die europäischen Aktienmärkte. Dem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wurde seitens einiger Wirtschaftswissenschaftler vorgeworfen, dass die Energiewende an Selbstmord grenze und ein unfassbar teurer Irrweg sei. Die Berliner Koalition schwäche den Wirtschaftsstandort Deutschland und bringe nichts weiter fertig als Planwirtschaft ohne Plan und falschen Anreizen!
 
Der DAX geriet im Handelsverlauf schließlich immer stärker unter die Räder und hatte zu Handelsschluss fast 2% oder 184,92 Punkte eingebüsst, um bei 9510,85 Zählern zu schließen.



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